Harburg
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Investor überrascht mit Plänen für Hochhaus

So sehen die ersten Entwürfe für das Ensemble des „Hamburg Innovation Port“ aus

So sehen die ersten Entwürfe für das Ensemble des „Hamburg Innovation Port“ aus

Foto: Architektenbüro MVRDV / MVRDV

Baudezernent und Bauausschuss zeigen sich überrascht. Erlaubt sind im Harburger Binnenhafen nach geltenden Plänen maximal 65 Meter.

Harburg.  Bei ihren Planungen für das Technologiezentrum Hamburg Innovation Port im Harburger Binnenhafen will das Unternehmen HC Hagemann höher hinaus als bisher zulässig. Ein bis zu 72 Meter hohes Gebäude hat der beauftragte Architekt Stefan Röhr-Kramer bei einer Präsentation im Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Harburg jetzt in Aussicht gestellt – erlaubt sind nach dem derzeit gültigen Planrecht aber lediglich 65 Meter Höhe.

Davon waren selbst Harburgs Baudezernent Jörg Penner und der Ausschussvorsitzende Frank Richter (SPD) überrascht, die der Jury in dem städtebaulichen Gutachterverfahren angehört hatten und mit den Details des Bauvorhabens besonders gut vertraut sind.

Ob das Technologiezentrum tatsächlich einmal bis zu 72 Meter hoch gebaut werden darf, ist noch nicht entschieden. Das machte der Baudezernent den Projektplanern deutlich: „Von 72 Metern war im Wettbewerb nicht die Rede. Das ist hier noch nicht so durchgewunken“, sagte Jörg Penner.

Insgesamt vier Hochhäuser werden zu dem Gebäudeensemble des Technologiezentrums gehören. Geht es nach den Planern, würde das höchste davon in einem zweiten Bauabschnitt errichtet und 72 Meter hoch sein. Dazu müsste der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Bürger erhalten die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. Der Stadtplanungsausschuss hat einstimmig einer öffentlichen Plandiskussion zugestimmt.

Bis dahin wünschen Harburger Stadtplanungspolitiker Antworten auf weitere Fragen an den Investor. Ob der Bedarf für zusätzliche Büros im Harburger Binnenhafen vorhanden sei, will Ralf-Dieter Fischer (CDU) wissen. Die geplante Kombination von Büros mit Laboren sei von vielen Unternehmen favorisiert, gab Oliver Kufeke, Prokurist der HC Hagemann, zur Antwort.

Eine Bedarfsanalyse, nach der Fischer fragte, konnte er den Mitgliedern im Stadtplanungsausschuss nicht präsentieren. Zu dem steht eine Lösung aus, auf welchen Wegen die erwarteten 3000 Beschäftigten ihren Arbeitsplatz erreichen werden. Heute müsste man ja im Zickzack durch den Binnenhafen fahren, bemerkte Fischer.

Auf einem rund 20.000 Quadratmeter großen ehemaligen Industriegrundstück an der Blohmstraße im westlichen Binnenhafen sollen insgesamt bis zu 70.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche für mindestens 3000 Arbeitsplätze entstehen – für neugegründete und etablierte Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen der Technischen Universität, der Fraunhofer Gesellschaft, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

HC Hagemann plant, zusätzliche attraktive Freiflächen schaffen und die Uferbereiche des Ziegelwiesenkanals öffentlich zugänglich machen. Die Wasserfläche soll erlebbarer als bisher werden, kündigte Oliver Kufeke an: „Wir denken über Tretboote nach.“