Buchvorstellung

Biografie eines Babyboomers in sieben Bänden

| Lesedauer: 2 Minuten
Zu Hause bei Schriftsteller Gerhard Henschel in Bad Beversen

Zu Hause bei Schriftsteller Gerhard Henschel in Bad Beversen

Foto: Mark Sandten / HA / Mark Sandten

Gerhard Henschel stellt in Buchholz seine Romane über Martin Schlosser vor. Die Empore lädt zur Leseserie.

Buchholz.  Die „geburtenstarken Jahrgänge“ der 60er-Jahre sind mittlerweile in der Mitte ihres Lebens angekommen und ziehen Zwischenbilanz, sie schauen zurück auf ihre heile Kindheit der 70er, auf die von gesellschaftlichen Veränderungen und Kaltem Krieg geprägten 80er. Der Autor Gerhard Henschel, Jahrgang 1962, hat sein eigenes Leben zum Vorbild seiner Romanreihe über sein alter ego Martin Schlosser genommen. Das in diesem Jahr erschienene siebte Buch „Arbeiterroman“ spielt in den Jahren 1988-1990.

Die Geschichte des Martin Schlosser ist eine tief berührende Chronik deutschen Familienalltags in der alten Bundesrepublik. Ein literarisches Fotoalbum, schöner als jede Zeitreise. Klementine, Tritop, „Nichts geht über Bärenmarke“. Karneval, Ostereiersuchen, Ferien bei den Großeltern. Augsburger Puppenkiste, „Daktari“, „Man ruft nur Flipper, Flipper ...“: Ein Kind erzählt aus seinem Leben, vom Kindergarten Ende der 60er bis zur Pubertät Mitte der 70er, von den ersten Liebesperlen im Hinterhof bis zum Wunschtraum, der neue Eddy Merckx, Mark Spitz oder Gerd Müller zu werden oder am besten alles auf einmal. Ein richtiger Rabauke ist er, der kleine Martin Schlosser, der als zweitjüngster von vier Geschwistern in einer ganz normalen Mittelstandsfamilie heranwächst. Während in Bonn erst Erhardt und Kiesinger und danach Willy Brandt regieren, Benno Ohnesorg stirbt und die Kaufhäuser brennen, prügelt er sich auf dem Spielplatz, klebt Pril-Blumen an Küchenschränke, bekommt eine Sechs in Bio der ärgert sich über die von den Eltern zugeklebten Seiten des „stern“, weil die Bilder von Vietnam zu grausam sind.

Autor Gerhard Henschel, der bei Bad Bevensen lebt, erzählt als Babyboomer seine eigene Geschichte und die seiner Familie in der alten Bundesrepublik. Die mittlerweile sieben Bücher sind so spannend und interessant, dass die Empore Buchholz erstmals eine Lesereihe mit einem Autor über mehrere Bücher veranstaltet und so die Geschichte von Martin Schlosser chronologisch erzählen möchte.

Die Reihe beginnt im November mit dem ersten Band „Kindheitsroman“, für den 16. April ist die Fortsetzung „Jugendroman“ geplant.

Montag, 20. November, 20 Uhr, Empore Buchholz, Karten zu 15,30 und 17,50 Euro unter 04181/287878 und www.empore-buchholz.de

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