Musik und Video

„Dorian Gray“ – multimedial

| Lesedauer: 4 Minuten
Corinna Panek
Dorian Gray

Dorian Gray

Foto: Jannik Graf / HA

Nachwuchsregisseur Jannik Graf begleitet das Drama um den Preis ewiger Jugend mit Videos und Musik

Buxtehude.  Ewige Jugend, unvergängliche Schönheit, nie endender Genuss und Rausch. Was würde uns glücklich machen? Ein Bildnis, das einem geheimnisvollerweise das Altern abnimmt? Dorian Grays Selbstanbetung wurde durch ein eben solches Bild erhört. Was er nicht weiß: Im Gegenzug scheint eine teuflische Macht nach und nach Besitz über seine Seele zu ergreifen.

In seinem neuen Theaterstück „Das Bildnis des Dorian Gray“ erzählt der junge Regisseur und Autor Jannik Graf den Roman von Oscar Wilde in mehrerer Hinsicht neu: Er adaptiert den Stoff nicht nur für die Bühne, sondern findet Parallelen, Motive und Figuren aus Goethes „Faust“ in der Geschichte um Dorian Gray wieder, die er auf faszinierende Weise in sein Stück verwickelt.

Die beiden Werke liefern sich ein lebendiges und cleveres Wechselspiel zwischen den Erzähl-Ebenen, bis sie immer mehr verschmelzen und Graf letztlich eine Geschichte über das Leben, die Suche nach Glück und dem Scheitern daran schreibt.

Dem reichen, hübschen Dorian Gray waren seine äußere Wirkung und der Wert seiner Jugend nie bewusst, bevor ihm ein Porträt seiner selbst die eigene Schönheit offenbart und sein Leben entscheidend verändert. In Gegenwart seines besten Freundes, dem Maler Basil Hallward, und des zynischen Lord Henry Wotton, dessen Lebensphilosophie scheinbar dunkle Schatten auf Dorians zuvor so unbefleckten Charakter wirft, äußert der Junge einen sonderbaren Wunsch: Dass das Bildnis für ihn altern, und er selbst für immer jung bleiben soll.

Für ewige Jugend gibt Dorian Gray seine Seele her

Genauso fatal, wie dass sich Faust einst in Goethes Klassiker auf den Teufel eingelassen hat, wird es auch für Dorian, wenn er sagt, er gäbe sogar seine Seele dafür. Denn der Wunsch geht in Erfüllung, und Lord Henry, der immer mehr Einfluss auf den 17-Jährigen ausübt, wird zu seinem ständigen Begleiter und Berater. Er vermag es, ihn zu formen und zu wandeln, er stellt seine Sinne auf den Kopf, spielt mit seiner Persönlichkeit, seiner Identität, bis sie sich verliert.- und Dorian sich und sein Schicksal mehr und mehr in einem surrealen Theaterstück wiederfindet, welches Basil für ihn geschrieben hat und mit Leidenschaft als Stück im Stück inszeniert. Basils Vorlage: Goethes „Faust“. Die Quelle all seiner Inspiration: Dorian Gray.

Uraufführung auf der Halepaghen-Bühne

Das neue Stück von Jannik Graf erzählt das Drama mit multimedialen, audiovisuell berauschenden Mitteln, einer alles ständig begleitenden Videoprojektion, mit faszinierenden Wendungen, mit Musik und dem Kern des kreativen jungen Teams aus Buxtehude, das im November vergangenen Jahres unter Jannik Grafs Regie die Shakespeare-Komödie „Was ihr wollt“ erfolgreich auf die Halepaghen-Bühne brachte.

Jannik Graf erlangte in Buxtehude 2015 Bekanntheit, als er zuerst sein eigenes Theaterstück „Nachts“ im Kulturforum am Hafen aufführte und dann eine eigene Adaption von Bram Stokers „Dracula“ im Forum Süd inszenierte. Im vergangenen Jahr schaffte der Student der Theater- und Kunstwissenschaften es mit Shakespeares „Was ihr wollt“ auf der Buxtehuder Halepaghen-Bühne zu überzeugen. Seiner Heimat ist er bis dato treu geblieben: Die Mitwirkenden seiner Produktionen kommen alle aus Buxtehude und Umgebung.

„Das Bildnis des Dorian Gray“, frei nach Oscar Wilde und Johann Wolfgang von Goethe, Sonnabend, 3., und Sonnabend, 17. Juni, 19 Uhr, Halepaghen-Bühne, Buxtehude, Karten zu 12 Euro (ermäßigt 6 Euro) in der Stadtbibliothek, der Schulbibliothek des Schulzentrums Süd sowie bei „literatur im zimmer“, Breite Str. 18 in Buxtehude. Restkarten an der Abendkasse.

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