Harburg
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Flüchtlings-Jobs: Neue zentrale Anlaufstelle

Foto: Rolf Zamponi / HA

Projekt W.I.Rwird mit Büros in den Süden Hamburgs und nach Bergedorf ausgeweitet. 20 Berater. Bislang einzigartiges Projekt bundesweit.

Ein bundesweit bislang einzigartiges Hamburger Projekt wird ausgeweitet. Der Unternehmensservice W.I.R der für die Eingliederung vom Flüchtlingen in Praktika, Ausbildung und Jobs steht, erhält zwei neue Standorte: in Harburg und in Bergedorf. Mit dem Konzept soll erreicht werden, dass die Arbeitsverwaltung bei ihren Aufgaben für Flüchtlinge künftig noch enger mit Behörden, Kammern und Unternehmensverbänden zusammenarbeitet.

Die Vorgehensweise stellen die Hamburger Chefs von Arbeitsagentur und Jobcenter, Sönke Fock und Dirk Heyden, am Freitag dem neuen Chef der Arbeitsagentur Detlef Scheele in Nürnberg vor, Er war zuvor Arbeits- und Sozialsenator in Hamburg. Die Vermittlungsquote liegt derzeit bei knapp 20 Prozent.

Bereits seit Ende 2015 gibt es am Millerntor die zentrale Anlaufstelle von W.I.R. „Im Sommer 2016 hatten wir die Idee, neue Büros vor Ort einzurichten“, sagte Petra Lotzkat, Leiterin des Amtes für Arbeit und Integration bei der Hamburger Arbeitsbehörde, in Harburg. Seit Mittwoch sind nun die Dependancen in Harburg in der Arbeitsagentur und in Bergedorf im Jobcenter eingerichtet.

Die Wahl fiel auf die Standorte auf Grund ihrer geografischen Lage am Stadtrand, der großen Folgeunterkünfte in Fischbek, Neugraben und am Mittleren Landweg für Bergedorf sowie der lokalen Netzwerke zwischen den in den Regionen angesiedelten Firmen.

Mit W.I.R haben Arbeitgeber einen zentralen Ansprechpartner für Informationen zum Thema Beschäftigung von Geflüchteten. Darüber hinaus können offene Arbeits-, Ausbildungs- und Praktikumsplätze gemeldet werden.

Im Unternehmensservice arbeiten kommunale Träger im Auftrag der Arbeitsbehörde, die Handwerkskammer, die Handelskammer und die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e.V. (UV Nord) sowie der gemeinsame Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und vom Jobcenter zusammen.

„Es ergibt eine verbesserte Qualität der Zusammenarbeit, wenn alle unter einem Dach kooperieren“, sagte Lotzkat. Ein Vorbild ist die Jugendberufsagentur, bei der sich schon seit dem Jahr 2012 Schulabgänger zentral über alle Möglichkeiten für ihren Berufsweg informieren können.

Fragen der Unternehmen betreffen etwa den Status von Flüchtlingen, ihre Qualifikation, die Möglichkeiten der Förderung von Arbeitsplätzen oder Praktika sowie Sprachkurse. Auf diese Fragen soll es in den Büros Antworten geben, so dass mögliche Bewerber rasch vermittelt werden können.

Vorgesehen ist, dass in beiden Büros jeweils zehn Arbeitsplätze, einige davon in Teilzeit entstehen sollen. In Harburg wird die Mannschaft bereits vom 1. Juni an vollzählig sein. In Bergedorf wird es vom 26. Juni an soweit sein.

Die beiden zuständigen Dezernenten, Dierk Trispel (Harburg) und Sabine Steffen (Bergedorf), sehen gut Chancen für das Projekt. „Hier können Geflüchtete und Arbeitgeber zusammen kommen“, sagte Trispel. „Ich bin froh“, so Steffen, „dass wir es so schnell geschafft haben, das Projekt einzurichten.“

70 Jobs vermittelt

Im Kreis Harburgarbeiten Arbeitagentur und Jobcenter bei der Vermittlung von Flüchtlingen direkt mit Kammern, Firmen, Ehrenamtlichen und Gemeinden zusammen. Flüchtlinge können über das Servicecenter (0800 – 455 55 00) einen Termin mit der Flüchtlingsvermittlerin vereinbaren. Von Januar bis März 2017 konnten gut 70 Menschen in den Arbeitsmarkt integriert werden.