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Buchholz

Nordring-Kreisel wieder im Fokus

Die Kreuzung Nordring/Hamburger Straße ist nur  provisorisch mit Ampeln versorgt

Die Kreuzung Nordring/Hamburger Straße ist nur provisorisch mit Ampeln versorgt

Foto: Lutz Kastendieck / HA

Umbau der Kreuzung mit der Hamburger Straße soll nach Ostring-Aus nun schnell realisiert werden.

Buchholz.  Mit der durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg gekippten Planung für den Buchholzer Ostring ist die Kreuzung Nordring/Hamburger Straße wieder in den Fokus der Lokalpolitik gerückt. In einem Antrag haben die Grünen gefordert, dort nun unverzüglich den längst überfälligen Kreisel zu bauen, um den Verkehrsfluss zu optimieren.

Als der Vorstoß in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses beraten wurde, ließ es sich FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky nicht nehmen darauf hinzuweisen, dass es sich im Grunde um einen „alten Antrag“ der Liberalen handelt. Für sie sei die Kreuzung ein „neuralgischer Knoten“ der Stadt – und das schon seit Langem. In den vergangenen Jahren habe die Verkehrsdichte in diesem Bereich aber noch deutlich zugenommen.

„Das gilt sowohl für den Nord-Süd-Verkehr zwischen der Autobahn 1 und der Innenstadt, wie auch für Ost-West-Verkehr zwischen der Siedlung Buensen mit dem Schulzentrum I und den Gewerbegebieten“, so Reglitzky. Deshalb sei es richtig, das Thema jetzt wieder auf die Agenda zu hieven: „Ein Kreisverkehr wäre die richtige Lösung für diesen Brennpunkt.“

Weniger Unfälle, aber deutlich mehr Fahrzeuge

Der FDP-Frontmann gilt als beinharter Verfechter der runden Kreuzungen. Dass er als ADAC-Vorstand wie ein Prediger durchs ganze Land zieht um die Vorzüge dieser Variante zu propagieren, hat ihm schon den Spitznamen „Kreisel-Arno“ eingetragen. „Es ist doch längst erwiesen, dass Ampeln den Verkehrsfluss eher blockieren, während Kreisel da viel effektiver sind“, so Reglitzky.

Im konkreten Fall würde der Bau eines Kreisverkehrs überdies für „eine angemessene Ortseingangssituation“ sorgen. Und das Tempo des einfließenden Kraftfahrzeugverkehrs über die Hamburger Straße auf die zulässige Höchstgeschwindigkeit drosseln.

Die Diskussion um den Ausbau der umtosten Kreuzung begann im Prinzip schon, seit über den Nordring eine weitere wichtige Verbindung zu den großen Gewerbegebieten im Westen der Stadt geschaffen wurde. Laut einer Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage der Piraten aus dem Jahr 2012 sei die Zahl der Unfälle bis 2011 zwar „signifikant zurückgegangen“. Auf der anderen Seite sei das Verkehrsaufkommen auf der Hamburger Straße, einer der meistfrequentierten „Einflugschneisen“ nach Buchholz, aber kontinuierlich gestiegen.

Wurden im Jahr 2007 noch 15.500 Fahrzeuge pro Tag registriert, so waren es 2012 schon 18.200. Inzwischen dürften es mehr als 20.000 sein. Schon im August 2002 hatten die Liberalen deshalb angeregt, den Brennpunkt zu entschärfen.

Seinerzeit langte es aber nur zu einer Bedarfsampelanlage für den Nordring und später zu einem Ampelprovisorium für den Rest der Kreuzung. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Frei hängende Kabel und notdürftig, mit löcherigen Folien verhängte Lichtsignalkörper zeugen von einer unvollendeten Lösung.

„Das ist auch im Hinblick auf die Schulwegsicherung nicht länger zu tolerieren“, so Gabriele Wenker, Fraktionschefin der Buchholzer Grünen. Viele Kinder und Jugendliche würden die Kreuzung auf dem Weg zum Schulzentrum I täglich auch zu Fuß und mit dem Rad passieren. „Deshalb darf bei der Planung nicht nur der Autoverkehr im Mittelpunkt stehen“, so Wenker.

Für Arno Reglitzky ist der Umbau der Kreuzung eine „sicherheitstechnische Notwendigkeit“, die keinen längeren Aufschub dulde. Die nötigen Planungsdetails müssten aus seiner Sicht längst vorliegen, sei die Kreisellösung doch auch Teil des gescheiterten Ostring-Konzepts gewesen.

Landkreis soll drei dervier Arme finanzieren

Reglitzky sieht den Landkreis als Baulastträger nunmehr in der Pflicht, den Umbau der Kreuzung Nordring/Hamburger Straße zeitnah anzugehen. In seinem eigenen Antrag für den nächsten Kreistag fordert er die Landkreisverwaltung auf, schnellstmöglich entsprechende Vereinbarungen mit der Stadt Buchholz zu treffen. Die SPD-Kreistagsfraktion fordert den Landkreis in einem ähnlichen Antrag auf, unverzüglich mit den Planungen zu beginnen. Dann bestehe die Möglichkeit, den Bau noch vor dem Winter 2017/18 umzusetzen.

Laut Reglitzky muss der Landkreis mindestens drei der vier Ausfahrten finanzieren. Das besagte Plangebiet liege zwar innerhalb der Stadtgrenzen. Doch kreuzen sich dort eben die Kreisstraßen 13 (Hamburger Straße) und 82 (Nordring).

Eine Beteiligung der Stadt an der Umsetzung des Kreisels gilt als sehr wahrscheinlich. Da der Antrag der Grünen im Buchholzer Bauausschuss eine einstimmige Mehrheit erhalten hat, signalisierte die Stadtverwaltung bereits, dass Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) „kurzfristig“ Gespräche mit dem Landkreis über den Bau des Kreisverkehrs aufnehmen werde.