Harburg
Winsen

Breitband-Ausbau im Landkreis soll noch 2017 anlaufen

Breitband-Ausbau: Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen

Breitband-Ausbau: Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen

Foto: Peter Kneffel / dpa

Nach Spitzengespräch: Weiße Flecken“ werden mit Fördergeld von Bund und Land beseitigt. Telekom zieht Angebot vom September zurück.

Winsen.  Der Landkreis Harburg hat eine entscheidende Hürde beim geplanten Ausbau des Breitbandnetzes genommen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs bei der Fördermittelstelle des Bundesverkehrsministeriums Atenekom in Berlin, bei dem auch das Niedersächsische Wirtschaftsministerium vertreten war. „Es ist nun klar, dass die Telekom nicht in unser Projekt eingreifen wird und alle ihre Ankündigungen zurücknimmt, weitere Hausanschlüsse mit schnellen Internet auszustatten“, sagte der für den Ausbau zuständige Kreis-Bereichsleiter Thorsten Heinze am Mittwoch dem Abendblatt.

Der Vorstoß der Telekom hätte die Arbeiten im Landkreis noch torpedieren können. So hatte der Telekommunikationskonzern im September nachträglich Interesse angemeldet, 30 Prozent der Anschlüsse in den schlecht ausgestatteten „weißen Flecken“ des Landkreises zu übernehmen. Das aber hätte die vom Kreis eingeplante Förderung und damit den gesamten Ausbau des Netzes im Kreis in Gefahr gebracht. „Das Projekt wäre durch den Verlust der Anschlüsse nicht mehr wirtschaftlich gewesen und wir hätten uns für Fördermittel wieder hinten anstellen müssen“, sagte Heinze. Diese Gefahr sei jedoch nun mit der Hilfe von Bund und Land gebannt. Immerhin hat der Bund 15 Millionen Euro zugesagt. Das Land will fünf Millionen Euro überweisen.

Profitieren von dem Ausbau sollen rund 7000 Haushalte, die derzeit nur über eine Datengeschwindigkeit von weniger als 30 Megabit/Sekunde verfügen. Dies ist etwa in Randgebieten von Ortschaften oder auch Gewerbegebieten der Fall. Insgesamt beteiligen sich 26 Gemeinden an dem Projekt.

Der Landkreis will nun Leerrohre und Glasfaserleitungen verlegen, die bis zu den Kabelverzweigern in den meist grauen Kästen am Straßenrand führen. In Einzelfällen werden die Leitungen bis zu den Häusern reichen. Das Internet wird dann zumindest 50 Megabit/Sekunde schnell sein.

Die Aufträge für den künftigen Pächter und den Planer des Netzes sind ausgeschrieben. Eine Entscheidung soll im zweiten Quartal des Jahres fallen. Die Bauarbeiten sollen im Herbst vergeben werden. Läuft alles reibungslos, könnten die ersten Bagger noch in diesem Jahr rollen. Ausgenommen in dem Projekt sind Buchholz und die Elbmarsch, die eigene Breitband-Projekte aufgelegt haben, wie Heinze im Wirtschaftsausschuss des Kreises erläuterte.

Den Aufbau unabhängiger freier WLAN-Hotspots durch die Initiative Freifunk Nordheide wird der Landkreis mit jeweils 5000 Euro über drei Jahre bis 2019 fördern. Diese Entscheidung fiel im Ausschuss einstimmig. Die Initiative hat eigene Router, für deren Kauf das Land 100.000 Euro bereitgestellt hatte. Über die Router ist, sofern ein Internetanschluss erreichbar ist, ein kostenloser Zugang ins Netz möglich. Bisher stehen Freifunk-Router in Undeloh, Neu Wulmstorf und Buchholz.

Mit der Förderung unterstützt der Kreis den Ausbau dieser Technik. So wird überlegt, ob Liegenschaften des Kreises oder Gewerbegebiete, Bushaltestellen und Geschäftsstraßen mit frei zugänglichem WLAN ausgestattet werden könnten. An Schulen ist dagegen nicht gedacht. Hintergrund: Sie legen Wert darauf, über den dort möglichen Datenverkehr Bescheid zu wissen. Das Netz von Freifunk ist aber frei zugänglich, nicht verschlüsselt und lässt so auch keine Beschränkungen zu.