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Kreis sucht Fachkräfte per Internet

Info-Veranstaltung des Landkreises Harburg zur Y-Trasse Alexander Stark (LKR) und Thomas Rössler (Verkehrsgutachter)

Info-Veranstaltung des Landkreises Harburg zur Y-Trasse Alexander Stark (LKR) und Thomas Rössler (Verkehrsgutachter)

Foto: Corinna Panek

Wirtschaftsausschuss stellt finanzielle Mittel bereit. Ausbildungsportal soll Jugendliche in der Region halten.

Landkreis Harburg.  Der Landkreis Harburg will mit zwei Internet-Portalen sowohl um Auszubildende als auch um junge Fachkräfte werben. Dem Fachkräfteportal hat der Wirtschaftsausschuss des Landkreises am Montagabend bei zwei Enthaltungen zugestimmt.

Aus einer Analyse des Fachkräftebündnisses Nordostniedersachsen geht hervor, dass in der Region Lüneburg-Wolfsburg bis zum Jahr 2030 mehr als 50.000 Fachkräfte fehlen werden. Zu dem Bündnis, dem der Landkreis Harburg seit gut einem Jahr angehört, zählen auch die Kreise Celle, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und der Heidekreis.

Schon jetzt mache sich der Fachkräftemangel in vielen Betrieben im Landkreises Harburg bemerkbar, argumentiert die Kreis-Stabsstelle Wirtschaftsförderung in ihrer Vorlage zu dem Beschluss. Ein Indiz dafür seien die längeren Fristen zwischen dem Ausscheiden von Fachkräften und ihren Ersatz durch Neueinstellungen.

Immer häufiger blieben Stellenausschreibungen auch erfolglos. Nach der Prognose für den Landkreis wird die Zahl der Erwerbtätiggen bis 2031 um 7,5 Prozent zurückgehen. Aber schon heute hätten Unternehmen in einzelnen Branchen Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Dis gilt etwa in den Bereichen Handwerk, Pflege und Technik.

Dem soll nun entgegengesteuert werden. Dafür will der Landkreis auf die Technologie eines Fachkräfteportals zurückgreifen, das die Stadt Hamburg bereits seit Anfang Juni betreibt. Die Hamburger sind für den Einstieg offen. Daher soll das Portals „YOJO“ für „Young Jobs“ an die regionalen Bedürfnisse der Kreise angepasst werden.

Hauptzielgruppe des Projekts sind junge Fachkräfte aus Deutschland außerhalb der Region Nordostniedersachsen und aus dem Ausland. Es sei dabei anzunehmen, dass besonders unter 30-Jährige verstärkt Jobangebote in der Metropole Hamburg suchten.

Das Fachkräfteportal soll nun auf Vorzüge der Klein- und Mittelbetriebe aufmerksam machen und die Standortvorteile zwischen Metropole und dem ländlichen Raum aufzeigen. Zudem ist eine Suche nach offenen Stellen vorgesehen. Nach der Entscheidung vom Montag soll sich der Landkreis an der Kofinanzierung des Projektes mit maximal 28.000 Euro beteiligen. Dieser Betrag kann sich über Beiträge von anderen Kreisen noch verringern. So hat der Landkreis Stade sich bereits für eine Kofinanzierung entschieden.

Die für das Jahr 2017 veranschlagen gut 6500 Euro stehen im Haushalt 2017 bereit. Die übrigen 21.500 Euro sollen in die Haushalte ab 2018 eingehen. Geplant ist, dass die Partner IHK Lüneburg-Wolfsburg, Süderelbe AG und die Landkreise Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg und Stade einen Kooperationsvertrag schließen. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 370.000 Euro.

Es kann über EU-Mittel vom Land Niedersachsen gefördert werden. Für das neue Ausbildungsportal für den Landkreis sollen rund 25.000 Euro fließen. Für den laufenden Betrieb rechnet die Kreisverwaltung mit jährlich 10.000 Euro. Die Politiker stimmten mit einer Enthaltung ind einer Gegenstimme zu. Die Gegegnstimme kam von Erhard Schäfer (Grüne). Er befürchtet zu wenig Resonanz.

„Die Einrichtung soll in Abstimmung mit den Schulen, der Kreishandwerkerschaft sowie der IHK, der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit erfolgen“, sagte der Leiter der Stabsstelle, Alexander Stark. „Noch existiert kein auf den Kreis Harburg zugeschnittenes Portal nur für Ausbildungsstellen, das einen Überblick über betriebliche als auch über schulische Ausbildungsberufe gibt.“ Zwei Jahre nach dem Start soll für beide Portale geprüft werden, ob sie ausreichend wirksam sind.