Harburg

Tod eines Vierjährigen: Polizei ermittelt gegen Ladeninhaber

Der Vierjährige war am 31. Mai aus noch ungeklärten Umständen in dem Harburger Supermarkt ums Leben gekommen (Symbol)

Der Vierjährige war am 31. Mai aus noch ungeklärten Umständen in dem Harburger Supermarkt ums Leben gekommen (Symbol)

Foto: Patrick Seeger / dpa

Zunächst war man von einer plötzlichen Erkrankung des Kindes ausgegangen. Offenbar hatte auch eine Frau einen Stromschlag erlitten.

Hamburg. Nach dem Tod eines vier Jahre alten Jungen in einem Supermarkt an der Seevepassage Ende Mai ist jetzt der Adese-Markt von der Polizei durchsucht worden. Es geht um Aufnahmen aus Überwachungskameras. Zwar hatte die Polizei nach Beginn der Ermittlungen bereits Anfang Juni Videomaterial sichergestellt, das war aber offenbar unvollständig. Nach einem Hinweis wurde erneut durchsucht.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung richten sich gegen den Betreiber des Supermarkts. Ende Mai war der Vierjährige nach dem Berühren der Kassenschranke leblos zusammengebrochen.

Zunächst war man von einer plötz­lichen Erkrankung des Kindes ausge­gangen. Erst verspätet wurde mit den Ermittlungen begonnen, nachdem der Vater bei der Polizei berichtete, dass er einen Stromschlag erhalten habe, als er nach seinem Kind griff.

Bei Untersuchungen in der Gerichtsmedizin wurden zwar mögliche Strommarken am Körper des Kindes gefunden, wie sie Ein- und Austrittsstellen von Strom markieren. Die genaue Todesursache blieb aber unklar. Das Ergebnis feingeweblicher Untersuchungen steht noch aus. Zwei technische Gutachten hatten ebenfalls keinen Hinweis auf eine mögliche Ursache des Stromschlags erbracht. Laut „Bild“ wurden bei der erneuten Durchsuchung weitere Videoaufnahmen gefunden, die noch ausgewertet werden müssen. Außerdem soll sich eine Frau gemeldet haben, die in dem Supermarkt ebenfalls einen Stromschlag erlitten haben will.