Harburg
Freizeitspaß

Hamburgs größte Sandkiste ist in Wilhelmsburg

Bernd Dankowski ermöglicht mit dem Hansebeach, vor der Kulisse des Wälderhauses Beachvolleyball zu spielen

Foto: Thomas Sulzyc

Bernd Dankowski ermöglicht mit dem Hansebeach, vor der Kulisse des Wälderhauses Beachvolleyball zu spielen

4500 Quadratmeter große Beachsportanlage hat in Wilhelmsburg eröffnet – Ex-HSV-Star Marcell Jansen mischt mit.

Wilhelmsburg.  Etwa 2500 Kubikmeter feiner Sand liegen im Wilhelmsburger Inselpark – Puder wie am perfekten Badestrand. Wer hier barfuß durch den Sand pflügt, Volleybälle schmettert oder Beachsoccer spielt, fühlt sich wie im Urlaub. Willkommen in Hamburgs größter Sandkiste, der neuen Sportattraktion in der Freien und Hansestadt.

Die You.Man-Race hansebeach GmbH & Co. KG hat vor der Kulisse der Kletterhalle und Inselparkhalle eine 4500 Quadratmeter große Beachsportanlage geschaffen. Sie bietet die Möglichkeit, bis zu zehn Beachvolleyballfelder nebeneinander aufzubauen – oder zwei Strandfußballfelder, die den Regeln des Weltfußballverbandes FIFA entsprechen.

Still und heimlich hat der "hansebeach" eröffnet. Zum "Silent opening" hatten 30 Kinder im Sand Fußball im Sand gespielt – die Sprösslinge von Freunden und bekannten der drei Betreiber. Als Überraschungsgast kickte Marcell Jansen zwei Stunden lang mit. Der frühere Fußballnationalspieler und HSV-Profi ist einer der drei Betreiber der neuen Beachsportanlage.

Neben Marcell Jansen gehören Dr. Matthias Hoffmann und Bernd Dankowski zu dem Unternehmen. Hoffmann ist Kardiologe. Bernd Dankowski arbeitet im Hauptberuf als Wirtschaftsprüfer und ist Vorsitzender des Hamburger Radsport-Verbandes. Der 53-Jährige war früher auch ein ausgezeichneter Fußballtorwart, stand in der höchsten Amateurklasse zwischen den Pfosten.

Die Sportsandkiste steht allen gegen eine Gebühr offen. Die Saison endet frühestens Ende September, bei gutem Wetter läuft der Betrieb weiter. Das Unternehmen hat die Fläche im städtischen Inselpark für die Dauer von fünf Jahren gepachtet.

Einzelne Grashalme kämpfen sich dort auf einem Erdstreifen neben der Sandfläche ans Licht. Der Rasen nimmt noch gestalt an. Genauso kaum auffallende niedrige Erdwall um das Gelände, der dezent darauf hinweist, dass es sich um kein öffentliches Gelände mehr handelt. Die Gesamtanlage ist noch im Entstehen, das erklärt auch die stille Eröffnung.

Mit den Hamburger Meisterschaften im Beachsoccer am 28. Mai aber wird der "hansebeach" seinen Dornröschenschlaf beenden. Und Ende Juni oder im Juli wird eine große Eröffnungsfeier nachgeholt. "Wir planen auch Charity-Turniere, an denen Marcell Jansen teilnehmen wird", sagt Bernd Dankowski. Schulen, die ihren Sportunterricht auf die Beachsportanlage verlegen wollen, seien willkommen.

Beachsport ist Trend. Beachvolleyball gilt als die populärste Freizeitsportart überhaupt. Die Erfolgsgeschichte begann im Jahr 1915. Damals soll auf Hawaii am Strand von Waikiki das erste Beachvolleyballspiel ausgetragen worden sein.

Das Beachsoccerteam des Hamburger SV hat am Mittwochabend im Wilhelmsburger Inselpark trainiert. Beachsoccer zählt in Deutschland noch zu den Exoten unter den Sportarten. Der Deutsche Fußball Bund will das aber ändern: "Der DFB hat die Sportvereine aufgefordert, Beachsoccer zu fördern, weil es international immer populärer wird und olympisch werden könnte, sagt Bernd Dankowski. Die meisten Beachsoccer-Turniere werden in Küstenregionen ausgetragen. Der "hansebeach" in Wilhelmsburg bringt die hoffnungsvolle Freizeitsportart nun Open Air in die große Stadt. Die Schweiz gilt als eine der besten Beachsoccer-Nationen Europas – und das Alpenland ist nicht gerade für seine Strände berühmt.

Die Idee, eine Beachsportanlage in Hamburg zu betreiben, verfolgt Bernd Dankowski bereits seit dem Jahr 2006. Hamburger fuhren bis nach Berlin, nur um dort "beachen" zu können, wie es im Szenejargon heißt. Nur habe er keinen geeigneten Standort finden können. Mit dem neu geschaffenen Inselpark tat sich eine neue Chance auf. Der Standort in Wilhelmsburg sei ideal: "Nur acht Minuten mit der S-Bahn vom Hauptbahnhof entfernt und mit dem Fahrrad gut erreichbar", sagt Bernd Dankowski.

Wer Fallrückzieher, Lupfer und Volleyschüsse am "hansebeach" übt, dem könnte plötzlich Marcell Jansen im Sand gegenüberstehen. Er sei zwar beruflich stark eingespannt. "Aber ich habe richtig Bock, einmal oder zweimal im Monat im Sand zu spielen", sagte der frühere Nationalspieler dem Abendblatt. Er werde so oft wie möglich versuchen, auf der Beachsportanlage im Wilhelmsburger Inselpark zu sein. Da soll Rudy Völler noch einmal behaupten, Marcell Jansen würde das Spiel nicht lieben...

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