Harburg
Knappe Trainingszeiten

Buchholz fehlt die zweite Sporthalle

Die Zumba-Grupper Buchholz freut sich, dass sie ausreichend Hallenstunden abbekommen hat

Die Zumba-Grupper Buchholz freut sich, dass sie ausreichend Hallenstunden abbekommen hat

Foto: Corinna Panek / HA

Die Sportvereine beklagen zu wenig Übungszeiten und fordern nachdrücklich auch weitere Fußballplätze ein.

Buchholz.  Die Nordheidehalle, das Blau-Weiss-Zentrum, das Schwimmbad, die Fußballplätze: Die wichtigen Buchholzer Sportstätten konzentrieren sich am Holzweg. Doch weil Buchholz wächst und auch unter den Neubürgern zahlreiche Sportler sind, reichen die Kapazitäten, insbesondere bei den Sporthallen und den Fußballplätzen, nicht mehr aus. Die Stadt hat daher Vereinsvertreter und den Kreissportbund zur Mitarbeit an einem Entwicklungskonzept für einen „Sportpark Buchholz“ eingeladen. Als fachlicher Berater ist Prof. Robin Kähler, Sportwissenschaftler an der Uni Kiel, dabei.

Während die Sportvereine um weitere Halle und einen weiteren Kunstrasenplatz verlegen sind, will die Stadt auch Breitensport und nicht vereinsgebundene Sportarten einbeziehen und insbesondere auf die Wünsche der Jugendlichen eingehen. Zugleich will Buchholz weiter dem Anspruch als „Sportstadt“ gerecht werden. Dabei soll sich weiterhin der Sport am Holzweg konzentrieren.

Keine leichte Aufgabe, denn zum einen sind keine großen zusammenhängenden Flächen mehr frei, zum anderen muss eine mögliche Umgehungsstraße berücksichtigt werden, aber ebenso neue Wohngebiete. Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse betonte während des ersten Planungstreffens, dass es um ein Konzept für die nächsten 30 Jahre gehe.

Die Vereine selbst sind zwar für ein umfassendes Konzept am Holzweg, sehen aber auch noch einige Probleme. Arno Reglitzky, Vorsitzender von Blau-Weiss Buchholz, mahnt zur Eile. Er habe ja mit seinem Antrag, eine weitere Sporthalle am Holzweg zu bauen, den Anstoß für die jetzige Diskussion gegeben. Er fürchtet, dass der Prozess zu lange dauern könnte. „Wir müssen uns als Verein immer wieder auf neue Trendsportarten einstellen. Wenn die Leute Zumba machen wollen, müssen wir ihnen die Möglichkeit geben.“

Die Zahlen sprechen dafür: Gerade hat Blau-Weiss das 6000. Mitglied begrüßt, die Zahl der Sportler wächst jährlich um rund drei Prozent. Während Sparten wie Kampfsport oder Badminton stabil oder gar leicht rückläufig sind, ist die Nachfrage nach Rückensport, Hip-Hop, Zumba oder Fitness besonders groß. Würde Blau-Weiss mehr Hallenkapazität bieten können, läge die Zuwachsrate bei fünf Prozent jährlich. Ohne Erweiterung würde die Mitgliederzahl stagnieren.

Wie Reglitzky gestern mitteilte, habe die Jahreshauptversammlung den Bau grundsätzlich befürwortet, die Finanzierung wäre ebenfalls gesichert. Als „Plan B“ käme auch infrage, das Blau-Weiß-Zentrum um weitere 200 Quadratmeter aufzustocken.

Auch Reglitzky ist für ein langfristiges Konzept und sieht zusätzlichen Flächenbedarf. Vorschläge, die Blau-Weiss-Tennisplätze und die Parkplätze am Holzweg zu überbauen und eine Parkpalette daneben zu setzen, sieht er mit Skepsis. Wichtig sei dagegen, auch endlich den Brückenschlag über die Bahn in Richtung Schulzentrum zu vollziehen.

Klaas Jensen, Vorsitzender des Buchholzer Fußballclubs BFC sieht es ähnlich: „Wir brauchen dringend noch einen Kunstrasenplatz. Zurzeit fehlen 51 Sportplatzstunden wöchentlich, was drei Rasenplätzen oder zwei Kunstrasenplätzen entspricht“, sagt er. Auch er sieht eine Hürde darin, dass 70 Prozent der Flächen am Holzweg schon bebaut sind. „Die jetzigen Überlegungen kommen zehn Jahre zu spät“, betont er.

Lothar Hillmann, Vorsitzender des TSV Buchholz 08, begrüßt es, dass über weitere Sportstätten am Holzweg nachgedacht wird. Wenngleich der Verein dort zurzeit nur ein Jugendfußballzentrum und eine Reservefläche besitzt. Ansonsten sieht auch er den vordringlichen Bedarf bei weiteren Hallenkapazitäten und dem Kunstrasenplatz.