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Jesteburg will Baugebiete schaffen

Bürgermeister in Jesteburg: Hans-Heinrich Höper

Bürgermeister in Jesteburg: Hans-Heinrich Höper

Foto: Gemeinde Jesteburg / Hans-Heinrich Höper

Wohnkosten: Seeve-Ort gehört zu den teuersten Gemeinden in Niedersachsen. Nun sollen zwei große Flächen gekauft werden

Jesteburg.  Die Gemeinde Jesteburg will und muss dringend mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen. Denn schon für den Durchschnittsverdiener ist das Wohnen in dem Heidedorf ein teures Pflaster. Was die Quadratmeterpreise angeht, gehört Jesteburg zu den zehn teuersten Gemeinden in Niedersachsen: „Hier im Hamburger Umland werden Mieten von 12 bis 14 Euro pro Quadratmeter aufgerufen“, sagte Samtgemeindebürgermeister Hans-Heinrich Höper bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

In Jesteburg zahlt man derzeit mindestens acht bis zehn Euro Miete pro Quadratmeter – Tendenz deutlich steigend. Höper berichtete von Arbeitgebern aus dem Ort, die schon darüber nachdenken würden, selbst für ihre Mitarbeiter zu bauen, da diese im Ort keine bezahlbaren Wohnungen finden würden: „Wir brauchen hierfür ein Versorgungskonzept.“

Höper berichtete von der Wohnungsbaugesellschaft, deren Gründung der Landkreis in naher Zukunft plant. Im Zuge dessen hatte sich die Jesteburger Verwaltung nach Flächen umgesehen, die für eine Wohnbebauung infrage kommen könnten. Im Gemeinderat wurde nun über zwei Flächen verhandelt, die sich in der letzten Sitzung des Verwaltungsausschuss herauskristallisiert hatten. Im ersten Schritt musste geklärt werden, ob sowohl Samtgemeinde als auch Gemeinde sich einig sind über die avisierten Grundstücke. Ausschlaggebende Kriterien für die Grundstücke waren, dass sich auf dem Gelände keine Waldflächen befinden, der Ortskern nicht weiter als zwei Kilometer entfernt ist und die Bebauung nicht den dörflichen Charakter des Ortes stört.

Die größere Fläche befindet sich im Bereich Seevekamp, Ecke Waldwinkel. Hier möchte ein Projektentwickler ein rund 15.000 Quadratmeter großes Gelände bebauen. Auch der Eigentümer der südlich und östlich gelegenen Grundstücke kann sich vorstellen, diese Flächen für eine Wohnbebauung zur Verfügung zu stellen. Dies hätte den Vorteil, dass Anwohner später das Gebiet sowohl vom Seevekamp als auch vom Schierhorner Weg aus befahren könnten.

Der Gemeinderat beschloss, Verhandlungen mit dem Eigentümer aufzunehmen, um das Grundstück zu kaufen. Es wäre das Brautgeschenk an den Landkreis und würde in die in Gründung befindende Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises eingebracht werden. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat als erste Maßnahme eine Änderung des Flächennutzungsplans, um eine spätere Bebauung zu ermöglichen.

Die zweite Fläche auf der sich bezahlbarer Wohnraum realiseren lassen könnte, befindet sich ebenfalls im Seevekamp, vor der Kreuzung zum Feldkamp. Diese Grundstücke sind im aktuellen Flächennutzungsplan der Samtgemeinde bereits als Wohnbauflächen ausgewiesen. Der Eigentümer der größeren Fläche (10.217 qm) hat ebenfalls in den kommenden Jahren eine Bebauung im Visier. Hierzu beschloss der Gemeinderat, alle Grundeigentümer dazu zu verpflichten, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. 30 Prozent der neu gebauten Wohnungen müssen demnach für einkommensschwache Mieter reserviert bleiben.

Die Entscheidung des Gemeinderats soll Weichen für die Zukunft stellen. Die Änderung des Flächennutzungsplans beinhaltet zwar noch nicht die Baugenehmigung. Sollten Projekte akut werden, hat die Gemeinde aber die Möglichkeit, direkt mit einem Bebauungsplanverfahren beginnen zu können, ohne noch einmal die Samtgemeinde einschalten zu müssen, um Flächenpläne zu ändern.