Harburg
Meckelfeld

"Die Kaktusblüte" hält der Gesellschaft den Spiegel vor

Eifersucht, Imponiergehabe und wahre Liebe: Die Theater AG des Gymnasiums Meckelfeld führt am 10. und 11. März die Komödie „Die Kaktusblüte“ auf

Eifersucht, Imponiergehabe und wahre Liebe: Die Theater AG des Gymnasiums Meckelfeld führt am 10. und 11. März die Komödie „Die Kaktusblüte“ auf

Foto: Thomas Sulzyc

Das Gymnasium Meckelfeld inszeniert die Komödie mit einem Hauch Hochkultur und gekonntem Sprachwitz.

Meckelfeld.  Theaterspielleiter Edwin Hagemann ist bekannt dafür, weltbekannten Geschichten neue Figuren oder Episoden hinzuzufügen. Und so findet jetzt in Meckelfeld eine von dem Renaissance-Meister Sandro Botticelli inspirierte Figur Einzug in das Komödienfach.

In dem neuen Stück „Die Kaktusblüte“ der Theater AG des Gymnasiums Meckelfeld hält eine „Frühling“ genannte Schönheit (Vivien Laasch) der bürgerlichen Gesellschaft den Spiegel vor. Allerdings nicht in nackter Pracht wie bei Botticelli, sondern im emanzipierten Flowerpower-Hippie-Style.

Subversiv tänzelt damit ein Hauch Hochkultur in die romantische Komödie von Pierre Barillet und Jean-Pierre Grédy, die vor allem durch die Verfilmung mit Walter Matthau, Ingrid Bergmann und Goldie Hawn berühmt wurde. Aber keine Angst: Die Inszenierung in Meckelfeld bleibt das, was das Publikum sich von der „Kaktusblüte“ verspricht: eine beschwingte Komödie, die beste Unterhaltung bietet.

Edwin Hagemann sieht auch keinen Grund dafür, das Genre Komödie als trivial abzutun. Er sieht in ihr vielmehr die hohe Kunst, den Menschen nach einem harten Arbeitstag Freude und Entspannung zu schenken. „Den Witz, die Ironie und die Pointen herauszuarbeiten, das macht die Inszenierung einer Komödie so anspruchsvoll“, sagt der Spielleiter.

Das ambitionierte Theaterspiel am Gymnasium Meckelfeld hat sich noch nie damit begnügt, ein Originalskript bloß nachzuspielen. In „Die Kaktusblüte“ haut das Schülerensemble auch Gags heraus, an die Barillet und Grédy wohl nicht einmal im Traum gedacht hätten. „Was ist denn das für eine Kack-Tusse?“, ätzt der genervte Zahnarzt Julien über die anhängliche Patientin Frau Durand. „Das heißt doch Kakteen!“ entgegnet ihm seine Sprechstundenhilfe. Derber Humor mit gekonntem Sprachwitz.

Die Beziehungskomödie zeigt, wie sich ein stacheliger Kaktus in eine wunderschöne Blüte verwandelt: Der Zahnarzt Julian (Christoph Berk Hardekopf) ist ein Frauenheld mit Phobie vor festen Beziehungen. Um seine Liebschaften auf Abstand zu halten, gibt der Single stets vor, verheiratet zu sein. Als seine Flamme Antonia (Annika Lange) versucht, sich aus Liebeskummer umzubringen, wirft der verliebte Julien seine Prinzipien über Bord und macht ihr einen Heiratsantrag.

Antonia willigt ein – unter der Bedingung, das seine vermeintliche Ehefrau einverstanden sei. In seiner Not, eine Gattin aufzutreiben, überredet er seine Sprechstundenhilfe Stephanie (Luise Rathmann) die Rolle zu spielen. Das setzt in bester Komödienmanier eine Verkettung von aberwitzigen Verwicklungen in Gang.

Seit 1981 hat Edwin Hagemann ein ambitioniertes Schülertheater in Meckelfeld aufgebaut – in diesem Jahr geht er in Ruhestand. Ein Grund mehr, die „Kaktusblüte“ anzusehen.

„Die Kaktusblüte“, Donnerstag, 10., und Freitag, 11. März, jeweils 19.30 Uhr, Gymnasium Meckelfeld, Appenstedter Weg 100, Eintritt: drei Euro, Schüler: zwei Euro