Harburg
Binnenhafen

Schleusentor bereitet Probleme – Sperrung

Das Binnentor der Harburger Hafenschleuse bereitet Schwierigkeiten

Das Binnentor der Harburger Hafenschleuse bereitet Schwierigkeiten

Foto: André Zand-Vakili

Der Umbau der Harburger Hafenschleuse auf die neue Hochwasserschutzhöhe von 8,60 Meter bereitet Kopfzerbrechen. Das Binnentor muss wieder repariert werden.

Harburg.  Bereits seit drei Jahren, seit 2012, sorgt die Harburger Hafenschleuse wegen Bauarbeiten für Aufsehen. Und obwohl die zwischen Süderelbe und Harburger Binnenhafen gelegene Schleuse seit dem Frühjahr vergangenen Jahres neue Schleusentore hat und Schiffe wieder passieren können, läuft der Betrieb der Anlage noch immer nicht reibungslos.

Die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) kündigt für die Zeit ab kommenden Sonntag, 19. April, 20 Uhr bis voraussichtlich Freitag, 24. April, 18 Uhr, eine Sperrung der Schleuse an.

Der Grund sind laut HPA-Sprecherin Sinje Pangritz bislang unerkannte Schäden im Beton unterhalb der Schienenkonstruktion des Binnenhaupttores. Pangritz: „Um ein Fortschreiten der Schäden im Beton zu verhindern, wird der schadhafte Beton nun entfernt, erneuert und die Schienenkonstruktion neu verschweißt.

Um die Harburger Hafenschleuse möglichst schnell wieder in Betrieb nehmen zu können, finden die Arbeiten im 24-Stunden-Betrieb statt.“

Rudolf Sommerfeld, Chef der im Binnenhafen ansässigen Jöhnk-Werft und mit rund 25 Beschäftigten einer der größeren Schiffs-Reparatunbetriebe, hatte wegen der Hauptsperrung der Schleuse von Herbst 2013 bis Frühjahr 2014, erhebliche wirtschaftliche Einbußen vermeldet und mit HPA im Streit gelegen. Die bevorstehende erneute Sperrung von Mitte bis Ende April 2015 sieht er relativ gelassen.

„Das ist für uns zu verkraften“, sagt er, „fertiggestellte Schiffe kommen vorzeitig raus. Schiffe, die noch in Arbeit sind, bleiben halt ein paar Tage länger bei uns. Wir sind von HPA rechtzeitig informiert worden und konnten uns auf die bevorstehende Sperrung einstellen.“

Die Harburger Hafenschleuse war als letztes Glied in der Kette des Harburger Hochwasserschutzes der neuen Deichhöhe von 8,60 Meter über Normalnull (NN) angepasst worden. Bereits zu Beginn der Arbeiten im Jahr 2012 erlebten Ingenieure bei den Untersuchungen an dem technischen Bauwerk einige Überraschungen.

Pläne mussten geändert und Termine verschoben werden. Und immer galt es, die neuen Termine mit den gut 40 gewerblichen Hafennutzern abzustimmen. Letztlich gab es die große Sperrung, die ursprünglich von Mitte Oktober bis Mitte Dezember 2013 angesetzt worden war.

Im Endeffekt war die Schleuse bis Frühjahr 2014 dicht. Noch im Januar 2014 hatte der Schwimmkran „Enak“, mit 600 Tonnen Belastbarkeit einer der gefragtesten Kräne in Europa, unverrichteter Dinge wieder abfahren müssen, weil schon zu dem Zeitpunkt Probleme am Binnentor nicht gelöst waren.

Das Tor klemmte und konnte nicht geschlossen werden. So musste auf der Elbseite eine vor die Schleuse gerammte Stahlspundwand stehen bleiben, um den Hochwasserschutz für Harburg zu gewährleisten.

Dabei hatten die Baufirmen Aug. Prien und HC Hagemann sowie die HPA, die sich in der Arbeitsgemeinschaft „Binnenhafenschleuse“ zusammengeschlossen hatten in den Tagen vor Ankunft des Schwimmkrans alles gegeben, um die Probleme am Binnentor zu lösen.

Nachdem im Frühjahr 2014 die Schwierigkeiten mit dem Binnentor beseitigt waren, konnte Enak schließlich das neue Außentor einsetzen. Das funktioniert ohne nennenswerte Probleme, ganz im Gegensatz zu den jetzt wieder am Binnentor festgestellten Schäden.

HPA-Sprecher Martin Boneß: „Ich gehe davon aus, das nach der kommenden Sperrung alle Mängel behoben sein werden und der Schleusenbetrieb ungestört funktionieren wird.“

Die Harburger Hafenschleuse ist zwischen 1876 und 1880 als „Große Hafenschleuse“ gebaut worden. Ende der 1970er Jahre wurde sie auf 117 Meter Länge und 17,50 Meter Breite ausgebaut.