Harburg
Winsen

Keine Biotonne für den Landkreis

Die seit 1. Januar geltende Mülltrennungspflicht erlaubt auch andere Entsorgungsarten

Winsen. In den Medien ist es unter „Das ändert sich 2015“ vielfach angekündigt worden: Die Bioabfalltonne wird bundesweit eingeführt, und alle Landkreise müssen mitmachen – auch die, in denen es eine separate Tonne für kompostierbare Küchen- und Gartenabfälle noch nicht gibt. Was bedeutet dies für den Landkreis Harburg?

Tatsächlich ändert sich für die Bürger bis auf Weiteres nichts, bestätigt der Landkreis. Denn die gesetzliche Grundlage, das Kreislaufwirtschaftsgesetz, schreibt nur vor, dass ab 1. Januar 2014 Bioabfälle getrennt zu sammeln sind. Dass jedem Bürger ungefragt einen weiteren Müllbehälter auf sein Grundstück gestellt wird, ist damit nicht gemeint. „Der Landkreis Harburg ermöglicht die Trennung von Biomüll und Hausmüll auf zwei Arten“, erläutert Landkreis-Sprecher Bernhard Frosdorfer. „Zum einen in unseren Entsorgungsanlagen, zum anderen durch die monatliche Grünabfallsammlung.“ Der Bedarf für eine Extra-Mülltonne sei daher nicht gegeben, „wir werden aber weiterhin die Entwicklung im Auge behalten, ob eine Biotonne künftig nötig sein wird“, so Frosdorfer. Die Bürger sollten möglichst nicht mit höheren Gebühren durch eine weitere Tonne belastet werden.

Die kreiseigenen Kompostplätze in Todtglüsingen und Drage sowie die Bauschuttdeponie Hittfeld nehmen Grünabfälle in kleinen Mengen (bis 500 Liter) von Privatleuten kostenlos an, größere Mengen gegen Gebühr. Kleinmengen nehmen auch die übrigen Entsorgungsanlagen an. Außerdem werden einmal im Monat Grünabfälle abgefahren. Diese müssen allerdings in den Grünabfallsäcken des Landkreises bereitgestellt werden. Die stabilen Papiersäcke fassen maximal 35 Kilogramm Abfälle, sie kosten pro Stück 80 Cent und sind in vielen Geschäften im Kreis erhältlich. Für größere Äste gibt es ebenfalls für 80 Cent pro Stück sogenannte Wertstoffschnüre, mit denen das Schnittgut gebündelt zur Abfuhr bereitgestellt werden kann. Der Landkreis Harburg verarbeitet die Grünabfälle zu Kompost, der in den Handel kommt, verkauft aber auch an andere Abnehmer insbesondere Holzabfälle, die dann energetisch verwertet werden.

Alle Informationen zu den Öffnungszeiten der Kompostanlagen, zum Selbstkompostieren und zu den Verkaufsstellen für die Grünabfallsäcke sowie die Abfuhrtermine sind im Internet unter abfallwirtschaft.landkreis-harburg.de zu finden. Telefonische Beratung gibt es unter der Telefonnummer 04171/69 36 94.