Harburg
Stöckte

Stöckter suchen neuen Pächter

Dorfgemeinschaftshaus wird seit Anfang Dezember nicht mehr bewirtschaftet. CDU lädt zur Diskussion über Zukunft

Winsen/Stöckte. Es ist kalt, zwei Grad minus, auf dem Parkplatz vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Stöckte. Und fast leer. In der Tür hängt noch eine Umsonst-Zeitung. Aber sie wird niemand mehr lesen. Auch aus der in einem Kasten an der Eingangstür angebrachten Speisekarte, die Bauernfrühstück, Rahm- und Zigeunerschnitzel sowie natürlich Currywurst Pommes feilbietet, wird so schnell niemand mehr ein Gericht bestellten. Das Haus, seit mehreren Jahrzehnten der Treffpunkt für die knapp 2000 Stöckter, hat derzeit keinen Pächter und Betreiber. Angelika Greve, die seit August 2013 die kleine Restauration führte, hat ihren Vertrag Ende November auslaufen lassen.

Jetzt soll möglichst rasch ein neuer Pächter her. Deshalb hat die CDU-Stadtratsfraktion zu einer Diskussionrunde vor Ort eingeladen. Termin ist am kommenden Dienstag, 9. Dezember, ab 19.30 Uhr. Kommen wollen auch Bürgermeister André Wiese (CDU) und der CDU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, André Bock. „Wir wollen gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft eine Lösung für den künftigen Betrieb finden“, sagte Bock am Mittwoch bei einem Besuch vor Ort dem Abendblatt.

Für Ortsvorsteher Andreas Neven (CDU) geht es beim Dorfgemeinschaft vor allem darum, die wöchentlichen Treffen von Gruppen aus dem Ort zu sichern. Dazu gehören das montägliche Seniorentreffen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie die Zusammenkünfte des Gesangvereins oder von Sportlern, die in der angrenzende Turnhalle üben.

Zunächst hat Neven für eine Übergangslösung gesorgt. So haben sich drei Damen aus Stöckte, Sigrid Wozniak, Marianne Piersdorf und Nevens Ehefrau Heike bereit erklärt, die Aufsicht über die Räume zu übernehmen. Sie haben wie die Vereine Schlüssel für das Gebäude und sorgen dafür, dass es keine Terminüberschneidungen gibt. Mit den Vereinen ist abgesprochen, dass sie die Räume wieder so sauber verlassen wie sie vorgefunden wurden. „Die CDU will am kommenden Dienstag erst einmal die allgemeine Einstellung zur Zukunft des Hauses aufnehmen“, sagt Neven.

Klar ist: Nur wenige hundert Meter entfernt, direkt an der Hoopter Straße, entsteht das neue Stöckter Feuerwehrgerätehaus. Zu erkennen ist zwar derzeit nur eine große, mit Sand aufgefüllte Fläche. Aber schon im Herbst des kommenden Jahres soll das knapp eine Million Euro teure Gebäude fertig sein. Dann wird im Dorfgemeinschaftshaus zusätzlich Platz frei. Denn bisher ist hier noch das Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr untergestellt und zieren von den Feuerwehrleuten gewonnenen Pokale die Flächen vor den Fenstern. Die Trophäen sind auch von außen deutlich zu sehen.

Diese Räume werden nach dem Umzug der Stöckter Feuerwehrleute leer stehen. Für den neuen Pächter ergibt sich damit die Chance, über Veränderungen nachzudenken, die Speisekarte auszuweiten oder etwas ganz Neues zu etablieren. Vielleicht ist ja schon bei dem von der CDU anberaumten Treffen ein erster Ansatz zu erkennen. Ideen und ein neuer Pächter für das Haus, das zu den städtischen Immobilien gehört, werden jedenfalls in Stöckte dringend gesucht.