Harburg
Hollenstedt

Betrunkener flüchtet mit Lkw über Autobahn

Psychisch angeschlagener Autofahrer hielt die Polizei neun Stunden lang in Atem

Hollenstedt. Polizeibeamte aus Buxtehude, Seevetal, Sittensen, Neugraben und Lüneburg haben am Dienstag über insgesamt neun Stunden einen psychisch offenbar angeschlagenen und betrunkenen Mann verfolgt – und schließlich auf der A 1 bei Hollenstedt gestellt. Dort war der 34-Jährige in einem gestohlenen Lastwagen unterwegs.

Der Einsatz hatte zunächst recht harmlos angefangen: Die Mitarbeiterin einer Tankstelle in Neukloster hatte die Beamten alarmiert, weil ein Kunde, der mit einem blauen BMW vorgefahren war, einem weiteren Kunden einen Pass zu verkaufen versuchte – und zu randalieren begann, als dieser ablehnte. Der russischstämmige BMW-Fahrer griff eine Flasche Brennspiritus und war diese auf den Boden. Dann brauste er davon.

Eine Fahndung nach dem Fahrzeug wurde ausgelöst, umliegende Dienststellen benachrichtigt. Gegen 16.30 Uhr wurde der Polizei dann aus Grundoldendorf gemeldet, dass dort auf einem Grundstück ein verdächtiges Fahrzeug mit russischen Kennzeichen stehen würde. Polizeibeamte stellten fest, dass der Fahrer nicht mehr am Fahrzeug war. Offenbar hatte dieser zuvor mit dem BMW ein Metalltor durchbrochen. Das Auto stand offen und diverse Gegenstände waren darum verstreut. Unter anderem entdeckten die Polizisten zwei leere Pistolenholster, so dass davon auszugehen war, dass der Unbekannte bewaffnet sein könnte. Zusätzliche Streifenwagen, Diensthundeführer und ein Spezialeinsatzkommando aus Hannover wurden angefordert. Die Durchsuchung des Grundstücks verlief dann aber ohne Erfolg.

Gegen 22.45 Uhr entwendete der Gesuchte in Nottensdorf einen Lastwagen, als der eigentliche Fahrer gerade dabei war, sich auf seinen Auftrag vorzubereiten. Der 34-Jährige fuhr auf die B 73 in Richtung Buxtehude – allerdings zum Teil in der Fahrbahnmitte und im Gegenverkehr. Was er nicht ahnte: Ein Mitarbeiter der Firma in Nottensdorf, von der der Lkw stammte, verfolgte ihn und gab der Polizei regelmäßig Koordinaten durch. Erneut setzte die Polizei zahlreiche Streifenwagen in Bewegung. Die Flucht ging dann über die Bundesstraße 3 bis nach Rade und von dort auf die Autobahn in Richtung Bremen. Auf der Autobahn wurde der Flüchtende dann schließlich von mehreren Streifenwagen eingekreist und so in Höhe des Rasthofes Hollenstedt zum Anhalten gezwungen.

Die A 1 musste kurzzeitig voll gesperrt werden. Der Flüchtende kam in Polizeigewahrsam, Gegen ihn wird nun wegen Trunkenheit im Verkehr, Sachbeschädigung, Autodiebstahl, Verkehrsunfallflucht, Straßenverkehrsgefährdung, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und diverser Verkehrsordnungswidrigkeiten ermittelt. Der Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Mangels Haftgründen kam er vorläufig auf freien Fuß.