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Kliniken bauen für 70 Millionen Euro

Krankenhäuser Winsen, Buchholz und Lüneburg vergrößern sich. Hannover überweist so viel Geld in die Region wie selten

Winsen/ Buchholz/ Lüneburg. Die kommunalen Krankenhäuser der Region vergrößern sich. Insgesamt investieren die Häuser in diesem Jahr fast 70 Millionen Euro in Erweiterungen und Neubauten. Mit den drei parallel laufenden Großprojekten in Winsen, Buchholz und Lüneburg fließt in diesem Jahr überprotortional viel Geld aus Hannover in Bauvorhaben der Region.

Gerade hat die Klinik in Winsen den Grundstein für ihren 18,6-Millionen-Euro-Neubau gelegt (siehe unten). „Das ist ein Meilenstein für die Zukunftsfähigkeit unseres Hauses“, sagt Geschäftsführer Norbert Böttcher. Das Krankenhaus Winsen baut ein neues Notfall- und Diagnostikzentrum. Der neue Trakt hat drei Stockwerke und entsteht links neben dem Haupteingang. In der neuen Notfallambulanz im Erdgeschoss können Ärzte aller Fachdisziplinen insgesamt acht Patienten gleichzeitig behandeln. Der zweite Stock ist unter anderem für die Orthopädie-Ambulanz gedacht.

Die Eröffnung ist für Ende 2015 geplant, anschließend ist der Bereich der Operationssäle dran: Nach der Erweiterung wird das Krankenhaus sieben anstelle von bisher fünf OPs besitzen. Insgesamt veranschlagen die Planer Kosten von 18,6 Millionen Euro, das Land Niedersachsen zahlt davon 12,4 Millionen Euro.

Auch das Krankenhaus Buchholz vergrößert sich: Der Anbau am Bettenhaus West soll Ende dieses Jahres abgeschlossen sein, die Um- und Ausbauten dort umfassen Investitionen in Höhe von 7,3 Millionen Euro. Hier zahlt den Löwenanteil der Landkreis Harburg: 6,3 Millionen Euro, den Rest teilen sich Klinik und Land Niedersachsen.

Auch Lüneburg plant für 44,6 Millionen Euro einen Neubau im bestehenden Komplex mit neuer Notaufnahme: Bisher auf zwei Bereiche verteilt, soll es künftig nur eine zentrale Notaufnahme mit angeschlossener Aufnahmestation geben. Außerdem wird es eine neue interdisziplinäre Intensivstation und eine sogenannte Intermediate Care (IMC)-Station geben: Die ist für Patienten gedacht, die noch intensiv betreut, aber nicht mehr beatmet werden müssen. Das Land Niedersachsen bezuschusst das Bauprojekt in Lüneburg mit 32,7 Millionen Euro. Bei einem Besuch sagte die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD): „Ich möchte hier auch die kommunale Trägerschaft der Klinik besonders betonen, denn das hier erwirtschaftete Geld bleibt in der Region und geht nicht an etwaige Anteilseigner.“

Auch die Rettungswagenauffahrt und der Eingangsbereich des Klinikums werden erneuert und umgebaut. Da die Patientenzahlen nach Angaben der Klinik stetig steigen, wird der Erweiterungsbau von Anfang an zwei Stockwerke besitzen.

Vorbereitende Arbeiten laufen in Lüneburg bereits seit Monaten, geplanter Fertigstellungstermin ist Ende 2018. Auch innerhalb des Komplexes wird es Umzüge geben, laut Geschäftsführer Dr. Michael Moormann werden Patienten und Besucher die ersten auch von außen sichtbaren Veränderungen ab November dieses Jahres sehen können: „Ein Containergebäude wird abgerissen, das im Baufeld steht.“

Das Land Niedersachsen gibt im Jahr für Bauprojekte an den 193 niedersächsischen Krankenhäusern etwa gleich viel Geld aus wie die Hansestadt Hamburg für ihre 36 Kliniken. Laut Norbert Böttcher bedeutet das etwa dreimal so viel Mittel pro Planbett in Hamburg wie in Niedersachsen. Vor dem Hintergrund ist das Jahr 2014 für die Region ein außergewöhnlich geldreiches – derart hohe Summen fließen nur selten aus Hannover.

Ist der südliche Gürtel von Hamburg bald überversorgt mit Krankenhäusern? „Auf keinen Fall“, wehrt Geschäftsführer Norbert Böttcher von der Winsere Klinik ab. „Wir verzeichnen stetig steigende Patientenzahlen und ein steigendes Leistungsspektrum. Wären wir überversorgt, müssten wir nicht anbauen.“

Im Gegensatz zum Krankenhaus Salzhausen liegen sowohl die Kliniken in Winsen und Buchholz als auch das Krankenhaus in Lüneburg in kommunaler Trägerschaft und gehören gleichzeitig zu den größten Arbeitgebern in der Region.

Exakt 1274 Frauen und Männer arbeiten allein in Winsen und Buchholz, davon 226 Ärzte. Das Krankenhaus Buchholz ist ein wenig größer als das in Winsen: Dort haben im vergangenen Jahr 669 Mitarbeiter 16.000 Patienten stationär und 41.000 ambulant versorgt. Für Winsen liegen die Zahlen bei 605 Mitarbeitern, 13.000 stationären und 30.000 ambulanten Patienten.

Zum Vergleich: Das Städtische Klinikum Lüneburg beschäftigt in etwa so viele Menschen wie Winsen und Buchholz zusammen (1280) und hat im Jahr 2013 fast 27.500 Patienten stationär und nahezu 44.000 ambulant versorgt.