Harburg
Moment mal!

Oben ohne auf Kaltlufttour

Eine Glosse von Rainer Burmeister

Der Spruch ist ja nicht neu: „Nur die Harten komm’ in’n Garten!“ Doch manchmal sind die Harten auch im Auto unterwegs. Neulich habe ich so einen unverwüstlichen Typen auf der Eichenstraße in Rellingen getroffen.

Bei gefühlten zwei Grad plus rollte der coole Kerl morgens im offenen Cabrio ebenso zügig wie zugig in Richtung Pinneberg. Bei dem teuren Sportwagen handelte es sich um eines dieser Modelle, deren Blechdächer auf Knopfdruck im Kofferraum verschwinden.

Das Alter des Fahrers war schwer einzuschätzen, denn ein zotteliger Vollbart ließ kaum Rückschlüsse auf den Faltenwurf in seinem Gesicht zu. Hinzu kam, dass der Oben-ohne-Fan am Steuer sein Haupthaar – so vorhanden – unter einer ledernen Fliegermütze mit Lammfellfutter verbarg. Handschuhe und eine dick wattierte Outdoor-Jacke, über die sich jeder Eskimo gefreut hätte, machten die winterfeste Ausrüstung komplett.

Während ich noch spekulierte, ob dem Frischluft-Fundi über Nacht wohl das offene Klappdach eingefroren war, entdeckte ich die wahre Ursache für die Kaltlufttour: Ein Bettrahmen klemmte zwischen den Vordersitzen und der schmalen Rücksitzbank. Merke: Bei offenen Cabriolets ist der Stauraum nach oben praktisch unbegrenzt. Und ein Bettgestell sollte man immer dabei haben …