Harburg
Hausbruch

175 Akteure werden „Faust bei Nacht“ in Hausbruch aufführen

Es soll ein ganz besonderer Faust werden, ein „Faust bei Nacht“.

Hausbruch . Die Rudolf-Steiner-Schule am Ehestorfer Heuweg will den Klassiker aus der Feder von Johann-Wolfgang von Goethe, noch heute Pflichtlektüre für manchen Oberstufen-Schüler, in einer Kurzaufführung im Schulgebäude und auf dem gesamten Schulgelände aufführen. Das einmalige an diesem Faust-Projekt: Bei einem ersten großen Treffen konnten sich jetzt nicht nur Schüler und Lehrer der Rudolf-Steiner-Schule zum Mitmachen melden. Jeder, der Spaß an Theater, am Schauspiel, an Bühnentechnik , an Kostümen oder Beleuchtung hat, kann mitmachen.

Insgesamt werden sich also 175 Akteure an dem Spektakel beteiligen. Die Aufführung wird im Juni oder Juli 2015 aufgeführt werden. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Die Proben sollen bereits im Februar beginnen. Fest steht schon jetzt: „Aus der 13 Stunden langen Urfassung soll eine siebenstündige Aufführung im Festsaal der Schule aber auch auf dem Freigelände werden“, wie Solveig Heutlig, Lehrerin an der Rudolf-Steiner-Schule und eine der Ideengeberinnen für dieses Experiment, sagt.

Jetzt kommt auf die Organisatoren eine immense logistische Aufgabe zu. „Wir werden natürlich zumeist an den Wochenenden proben können. Das ist auch der Grund, warum wir so lange Vorlauf brauchen“, sagt Heutlig.Zwei der Szenen aus FaustI und FaustII sollen filmisch dargestellt werden. Schauspieler, Regisseure, Bühnenbildner und alle anderen Helfer arbeiten ehrenamtlich an dem Projekt, stehen vor der großen Aufgabe, einige Szenen in die Moderne zu transportieren, ohne dem Gesamtwerk die ursprüngliche Aussagekraft zu rauben.

Tanz- und Gesangelemente, wie sie auch in Goethes großartigem Stoff eine wichtige Rolle spielen, werden zu wichtigen Stilelementen. Goethe schrieb sein Drama um den Wissenschaftler Heinrich Faust, der nach Wissen strebt und unfähig ist, sein Leben zu genießen, im Jahr 1808. Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens schließt Faust einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel, dem er seine Seele für das erhoffte Lebensglück verkauft. „Wenn unser Projekt im Sommer kommenden Jahres ein Erfolg wird, werden wir die Aufführung sicher wiederholen“, sagt Steiner-Lehrerin Solveig Heutlig.