Harburg
Kommentar

Curagita verdient eine faire Chance

Das fängt nicht gut an für die Curagita, die nun den Zuschlag für die Übernahme des Krankenhauses Salzhausen bekommen hat.

Sie hat sich bei den Gläubigern gegen die Offerte des Kreises durchgesetzt, was dort auf Missfallen stößt. Kein Wunder: Denn dort sah man sich auch mit dem Land einig, nun für das kleine Krankenhaus ein neues Konzept auszuarbeiten.

Dass man beim Kreis nach der Entscheidung nicht glücklich ist, lässt sich nachvollziehen. Aber die Heidelberger Gesundheitsmanager, die nun mit der Trägergesellschaft Krankenhaus Salzhausen in die Radiologie expandieren wollen, haben eine faire Chance verdient. Immerhin wollen sie die Jobs im Süden des Kreises erhalten und ausbauen. Ob der Kreis noch zum Zug kommt, scheint fraglich. Dass er an seinem Angebot festhalten will, sichert die Belegschaft ab. Aber warum soll ein privates Engagement immer unsicherer sein als ein öffentliches?

Interessant wird sein, wie sich das Thema Salzhausen im Landrats-Wahlkampf auswirken wird. Denn das Thema dürfte auch über den Schreibtisch des Ersten Kreisrats Rainer Rempe gegangen sein, der Landrats-Kandidat der CDU ist. Ein Konflikt mit dem neuen Investor kann nicht in seinem Interesse sein, wenn die Curagita ihm die Sorge um 100 Jobs auf Dauer abnimmt. Läuft die Entwicklung in eine andere Richtung, kann er zwar als Retter auftreten. Mit einem die Gläubiger überzeugenden Konzept wäre dies aber schon jetzt möglich gewesen.