Leserbriefe an die Redaktion

Logische Reaktion

Betreff: „Janosh darf nicht Fußball spielen“, vom 28. Dezember

Ihre Berichterstattung über den 12- jährigen Janosh, der wegen des TuS Fleestedt nicht seinen Traum vom Fußballprofi wahr werden lassen kann, ist doch ziemlich einseitig zu Lasten des TuS Fleestedt geschrieben.

Es ist ein Fakt, dass in den letzten 40 Jahren weniger als ein halbes Dutzend Fußballer aus dem Landkreis Harburg später ansehnliches Geld mit Profifußball verdient haben. Diese Jungs waren aber in den entsprechenden Kreisauswahlteams auch absolute Überflieger. Sehr, sehr viele Talente haben es trotzdem nicht geschafft.

Die Chance, dass ein Spieler, der aus Termingründen nicht regelmäßig in der zweiten (!) Jahrgangsmannschaft vom TuS Fleestedt spielen konnte, nun beim HSV den großen Durchbruch schafft, muß jeder Experte mit null einschätzen.

Wenn es anders wäre, hätte der HSV den Spieler ja schon im Sommer genommen. Das ist nämlich die Periode, wenn im Fußball gewechselt wird.

Das Wechselspiel im Winter machen dagegen im extremen Fall ganze Jugendteams kaputt. Die Erfahrung zeigt, dass solche zerstörten Teams dann nie wieder zum lokalen Spielbetrieb angemeldet werden. Der kleine Verein bekommt in diesem Fall vom Verband eine Strafe und seine bisherigen Mitspieler können nicht kicken.

Die Art und Weise, wie Bundesligisten Traumfabriken aufbauen, muss wirklich hinterfragt werden. Tausende Träume werden platzen. Das sollten Eltern und Journalisten wissen. Die Profivereine fischen halt leider mit Dynamit.

Die Kompetenz der lokalen Vereine „Traut Ihr eurem Spieler diesen Sprung zu! Was ist sinnvoll?“ wird überhaupt nicht abgefragt. Bei einem solchen Vorgehen ist die Gegenreaktion der kleinen Vereine nur allzu logisch.

Olaf Hübner

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