Jork

Neue Ortsumgehung für Jork entsteht

Das 3,4-Millionen-Euro-Projekt wird von Landkreis und Gemeinde gemeinsam gestemmt, damit das Ortszentrum von Jork ab 2015 entlastet werden kann.

Jork. Lange wurde geplant, wurden alle finanzierbaren Varianten geprüft - nun hat der Bau der neuen Ortsumgehung für Jork begonnen. Eine Brücke und eine 529 Meter lange Straße sollen bis 2015 entstehen, damit das Jorker Ortszentrum deutlich vom Autoverkehr entlastet werden kann.

Das rund 3,4 Millionen Euro teure Straßenbauprojekt, das in Kooperation von Landkreis Stade und Gemeinde Jork gestemmt wird, ist Teil der östlichen Ortsumgehung.

Sie wird über die neue, parallel zu den Osterjorker Wettern verlaufende Kreisstraße 26 II n und die bestehende Straße im Gewerbegebiet Ostfeld realisiert. Die Umgehung wird die K 26 zwischen Jork und Neukloster sowie die Landesstraße 140 von Jork in Richtung Neuenfelde verbinden.

Zwar habe der Kreisel im Jorker Ortszentrum zu einer leichten Entspannung der Verkehrssituation geführt, doch zunehmender Verkehr und der Engpass im Straßenabschnitt "Am Fleet" in Höhe der St. Matthias Kirche stellen Autofahrer immer wieder auf eine Geduldsprobe, nicht nur wenn Lkw oder Busse einander dort begegnen, so Heiko Köhnlein, Leiter des Kreis-Umweltamtes.

Die neue Entlastungsverbindung soll nicht nur im Ortszentrum den Verkehr entzerren, sondern auch das Gewerbegebiet Ostfeld besser anbinden. Die Gemeinde Jork hat zu diesem Zweck bereits eine Brücke über die Osterjorker Wettern fertiggestellt.

"Ihre besondere Wirkung dürfte die Umgehung spätestens dann beweisen, wenn die Autobahn 26 zwischen Stade und Hamburg fertig ist", sagte Köhnlein in einem Pressegespräch. Gutachter haben errechnet, dass sich bis zum Jahr 2025 die tägliche Zahl der Fahrzeuge auf der K 26 von heute rund 4700 auf etwa 8300 erhöhen wird. Die Zahl Lastkraftwagen werde nach derselben Expertise von täglich 420 auf ungefähr 610 ansteigen.

Zwar ist der Bau der Brücke über die Jorker Hauptwettern voraussichtlich bereits im November dieses Jahres abgeschlossen, dennoch müssen sich die Autofahrer dann noch gut ein Jahr gedulden, bis die Ortsumgehung freigegeben wird. Grund sind die schwierigen Bodenverhältnisse, so Köhnlein. Ähnlich wie beim Bau der Autobahn 26 wird zunächst ein "Vorbelastungsdamm" auf der Trasse der Ausbaustrecke aufgeschüttet. Dieser Damm sorgt dann dafür, dass sich der sumpfige Boden verdichtet und seine hohe Feuchtigkeit quasi ausgepresst wird.

Erst nach einigen Monaten können dann die Maschinen für den eigentlichen Fahrbahnbau anrücken. Von den gesamten Baukosten in Höhe von 3,4 Millionen Euro, sind 830.000 Euro für den Brückenbau veranschlagt. Der Straßenbau selbst schlägt mit 2,1 Millionen Euro zu Buche, so Köhnlein.

Aus Landesmitteln fließen 60 Prozent der Gesamtkosten in den Bau, die Gemeinde Jork trägt 40 Prozent. Zusätzlich übernimmt die Kommune Grunderwerbs- und Planungskosten, so dass der Kostenanteil der Gemeinde nach heutigem Stand der Kalkulationen rund 1,8 Millionen Euro betragen wird. Der Landkreis Stade koordiniert das Gesamtprojekt.