Harry Rowohlt liest mindestens zwei Fußballspiele lang in Hittfeld

Hittfeld. Sitzfleisch ist gefragt, wenn Harry Rowohlt vorliest. Kommt der Schriftsteller, Kolumnist, Schauspieler und Übersetzer auf der Bühne in Fahrt, dauern seine Lesungen auch schon mal vier oder fünf Stunden. Für seinen Auftritt am Freitag, 15. Februar, in Hittfeld kündigt der Veranstalter schon die Dauer von mindestens zwei Fußballspielen an.

Aber was heißt im Zusammenhang mit dem "Zeit"-Kolumnisten schon Lesung? Rowohlt rezitiert mit seinem herrlichen Brummbass nicht nur aus Büchern. Nein, er unterbricht, erzählt Anekdoten, schimpft, tritt in Dialoge mit seinem Publikum und erhebt seine Lesung so zur exzessiven Vorlesekunst. Rowohlt schleust die Themen der Zeit durch sein persönliches Universum und lässt ihnen ein anderen Stellenwert zukommen. Als Strategie gegen Handybenutzer, die im Bus oder in der S-Bahn laut palavernd neben einem sitzen, empfiehlt der Obdachlosen-Darsteller aus der "Lindenstraße": Ganz nah heranrücken und sagen: "Komm zurück ins Bett, mir ist kalt."

Harry Rowohlt liest und erzählt, Freitag, 15. Februar, 20 Uhr, Ric in Hittfeld, Werkstraße 6, Eintritt: 28 Euro, Tickets: Telefon 04105/61250.