Sopranistin und Orchester verzaubern

Großartiges Ensemble beim Arp-Schnitger-Festival in der Kirche Neuenfelde

Neuenfelde. In vielen Gegenden unseres Landes haben sich Musikfestivals der unterschiedlichsten Art in ländlichen Regionen außerhalb des städtischen Kulturbetriebs inzwischen etabliert. So auch im Rahmen des Musikfestes Bremen. Das Musikfest bot in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal ein "Arp-Schnitger-Festival", das dem Schaffen des aus der Wesermarsch stammenden, bedeutendsten europäischen Orgelbauer der Barockzeit gewidmet ist.

Da durfte im Reigen der Konzerte dieser Reihe natürlich eine Aufführung in seiner Grabeskirche St. Pankratius in Hamburg-Neuenfelde nicht fehlen.

Unter Leitung von Thomas Albert, Gründer des Musikfest Bremen, dessen Intendant er auch ist, fand in Anspielung auf Schnitgers Todesjahr dort am Donnerstag unter dem Motto: "Lamenti...1719" ein beachtenswertes Konzert mit Werken von D. Buxtehude, V. Lübeck, J.S. Bach, G. F. Händel, A. Vivaldi und R. Keiser mit der Sopranistin Gemma Bertagnolli statt. Sie hat sich in ihrer Generation als eine besondere Spezialistin der italienischen Alten Musik bereits einen Namen gemacht.

Brillieren konnte sie sonderlich mit der Darbietung der Motette "In furore iustissimae irae" (Im Eifer deines gerechten Zorns) von Antonio Vivaldi, die mit einem freudig feurigen Halleluja endet, und der Arie im italienischen Stil "Care luci", eine Klage aus "Massaniello furioso" von Reinhard Keiser. Insbesondere in den Koloraturen konnte die Solistin ihre Virtuosität stimmlich eindrucksvoll unter Beweis stellen.

Unterstützt wurde sie homogen von einem speziell für dieses Konzert formierten Arp-Schnitger-Ensembles aus Absolventen und Studierenden der Akademie für Alte Musik der Hochschule für Künste Bremen. Speziell durch die Klangfarbe der einzelnen historischen Instrumente verzauberte das Orchester besonders im schwerelos gefühlvoll dahin gehauchten "Air" von Bach sein Publikum.

Die Neuenfelder Kirche bot den Musikern eine Atmosphäre wie geschaffen für die Aufführung barocker Musik. So gab es am Schluss reichlich Beifall und als Zugabe eine Wiederholung der Schlussarie der Bellezza "Tu del cielo ministro eletto" von Georg Friedrich Händel.