Jede Woche gibt's neuen "Unmut"

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Lüneburg. Sie sind unzufrieden und zeigen das deutlich: Rund 22 Männer und Frauen haben sich am Montagabend auf den Lüneburger Marktplatz versammelt, um zu demonstrieren. Sie halten Plakate in den Händen mit Aufschriften wie: "Die Energiekosten fressen uns auf." "Arbeit muss sich lohnen ohne staatliche Zuzahlungen." Detlef Bruns hat die kleine Demonstration ins Leben gerufen. Er hält einen großen roten Ballon in der Hand. "Unmut" hat er mehrfach drauf geschrieben.

"Die derzeitige Preis- und Einkommenssituation ist kontraproduktiv. Man soll zur Arbeit fahren und Geld verdienen, doch Benzin wird immer teurer und frisst das Einkommen auf", sagt Initiator Bruns (44). Er habe keine Lust mehr, das alles so einfach hinzunehmen. Deshalb habe er sich letzte Woche überlegt mit seinem Unmut auf die Straße zu gehen.

Und der Lüneburger ist nicht allein: Aus Alt Garge sind Barbara und Horst Herrmann gekommen. Das Rentnerpaar findet die Aktion "toll". Denn auch für sie sei das Geld knapper geworden. "Die Benzinpreise kann man ja fast gar nicht mehr bezahlen", sagt Barbara Herrmann. Joachim Marczinke nickt zustimmend. "Ich werde mein Auto wohl bald abschaffen müssen", sagt der 67-Jährige. Jahrelang habe er auf seinen Ruhestand hin gearbeitet, um sich dann eine schöne Zeit machen zu können, doch die sehe nun gar nicht so rosig aus. "Ich lebe allein und kaufe einmal pro Woche für mich ein. Nur das Nötigste, keine Luxuswaren wie etwa Fleisch. Da sind 55 Euro nix", und dabei sei sein Einkaufswagen noch nicht mal halb voll, beklagt der Rentner.

Wie er wollen auch alle anderen Demoteilnehmer nächste Woche wieder kommen. So auch Detlef Bruns, er wolle solange weiter machen, "bis etwas passiert", und zwar jeden Montagabend um 20 Uhr auf dem Lüneburger Marktplatz.

( jule )

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