Harburg

Anke Cibach - die Krimifrau vom Alten Land

Schriftstellerin: Sie schrieb "Das Haus hinter dem Deich". Zwei Bücher hat die Autorin gerade fertig. Zwei sind in Arbeit - ein Krimi mit Fortsetzung und eine Familiengeschichte fürs Herz.

Stade. Sie kennt sich aus, was den Obstbau im Alten Land angeht. Sie hat sogar einen Paten-Apfelbaum. Und dabei ist Anke Cibach (55), gebürtige Hamburgerin mit Wohnsitz in Stade, Diplom-Psychologin. Sie hat ein Jahr lang für ihr Buch "Das Haus hinter dem Deich" recherchiert. Und sie weiß heute, was sie von den Altländern zu halten hat, die schon in der Nachbarschaft als geizig verschrien sind, als schwierig. Nun, als Psychologin (zehn Jahre mit eigener Praxis) kennt Anke Cibach "nicht nur die Schokoladenseiten der Menschen". Sie interessiert sich vor allem für die geheimen, psychopathischen Anteile, die nach ihrer Überzeugung "in jeder menschlichen Seele beheimatet sind".

Und die Altländer nun? Das ist ein "herber Menschenschlag", sagte sie, die Menschen sind stolz und heimatverbunden. Und in jeder Obstbauernfamilie gibt es mindestens einen, der zur See gefahren ist. Oder heute Lotse ist.

Vieles über und aus dem Alten Land gibt es in "Das Haus hinter dem Deich" zu erfahren. Doch im Mittelpunkt des von der Stader Autorin als "Familienroman" (er kostet 7,95 Euro im Buchhanddel) eingestuften Werkes steht die Liebesgeschichte der Blütenkönigin Birthe. Das Happy-End nach 350 Seiten eingeschlossen.

Erschienen ist das Buch im Knaur-Verlag. Und wenn auch nach dem Cover-Text ein "bestgehütetes Familiengeheimnis" aufgedeckt werden soll - mit Mord und Totschlag hat dieser Roman nichts zu tun. Vielleicht ungewohnt, denn Krimis haben Anke Cibach bekanntgemacht. Sie hat erst Kurzkrimis veröffentlicht, danach ein Buch mit den schönsten Sagen und Märchen aus Hamburg und der Niederelbe. "Das verkauft sich nur in den Wochen vor Weihnachten", ist eine Erfahrung, die sie gemacht hat. Aber das eben auch noch nach gut drei Jahren.

Und dann kamen für Anke Cibach die "richtigen Krimis". In der Reihe der Schwarzen Hefte des Hamburger Abendblattes hat sie "Stumme Schreie auf dem Dom" und "Das Phantom vom Fischmarkt" veröffentlicht, in anderen Verlagen "Suche Leiche - biete Mord" und "Liebestöter - Morde mit und ohne Strapse", "Mord mit Biß" oder auch "Der Rat der Raben". Dann kam die Anfrage von Knaur - ein Roman aus der Region sollte es sein. Und mit Happy-End.

Das Buch ist ein Renner. Aber Krimis der Staderin wird es weiter geben. Der nächste ist bereits fertig. "La Paloma für den Mörder" wird der "Hafenkrimi" (Cibach) heißen, im Frühjahr beim MCE-Verlag in Drochtersen herauskommen. Und: Eine Fortsetzung mit gleichem "Kriminalistenteam" ist geplant. In Arbeit aber ist wieder etwas "ohne Mord und Totschlag", eine Familiengeschichte von der schleswig-holsteinischen Westküste. Ein Familienroman für's Herz.

Geschrieben wird im übrigen bei Anke Cibach nicht nach Lust und Laune. Morgens um 7 Uhr ("Ich bin ein Morgenmensch") sitzt sie schon am Computer im Haus an der Schiffertorstraße, in dem auch Hund Emil, eine Vogelspinne und Schildkröte leben. Und natürlich Ehemann Bernd. Er ist einer ihrer Testleser, bekommt gleich rübergereicht, was gerade den Gedanken seiner Frau entsprungen ist. Das kann auch mitten in der Nacht erfolgen.

Zwei weitere Testleser hat Anke Cibach noch. Und sie kann gut beurteilen, wie die Reaktionen auf das gerade Gelesene tatsächlich sind. Sie kennt die Menschen, die zuerst im Buch-Manuskript lesen dürfen, gut genug.

Ansonsten sagt Cibach: "Schreiben ist Handwerk, manchmal harte Arbeit." Und: "Reich wird man nicht. Bisher jedenfalls nicht." Aber eine andere Arbeit kann sie sich auch nicht mehr vorstellen. Und zwischen der Arbeit am Computer und der Recherche gibt es noch etwas, das Anke Cibach mag. Lesungen aus ihren Werken. Auf 15 ist sie in diesem Jahr bisher gekommen. "Es könnten noch mehr sein" - in geselliger Runde mit Musik-Umrahmung, in Kneipen und Buchhandlungen etwa. Oder in geselligen Versammlungen. "Mir macht das Vergnügen", sagt die Krimi-Autorin, die beteuert: "Ein Drehbuch zu schreiben, daran hätte ich keinen Spaß."

Im südlichen Hamburger Raum hat die Staderin unter anderem im "Wandelbar" und an Bord der "Greundiek" im Stader Stadthafen gelesen, in Hamburg häufiger, auch mit Krimi-Kollegen. Eine Lesung in der Kneipe "Schellfischposten" an der Carsten-Rehder-Straße (Altona) ist für den 13. Januar geplant. Und im nächsten Frühjahr will sie beim Holzschnitzer Erich Gerer im Sommeratelier am Ehestorfer Heuweg (Hausbruch) ein paar Lesungen haben. Mit "Eulen-Erich" verbindet die Staderin nicht etwa die Liebe zu Eulen, statt dessen die zu Vogelspinnen.

Aber gemordet wird in ihren Büchern anders. Mit Pflanzengiften etwa. Auch davon versteht Elke Cibach (Kontakt zu ihr ist unter Telefon 04141/46133 möglich) etwas. Man sollte nur mal einen Besuch in ihrem Garten unternehmen.