Demonstration gegen Abschiebung kurdischer Familie

Mutter und fünf Töchter sollen Winsen Ende Mai verlassen

Winsen. Etwa 150 Demonstranten zogen Sonnabendmittag vom Bahnhofsvorplatz durch die Winsener Innenstadt bis zum Kreishaus. Ihr Protest richtete sich gegen die für Ende Mai geplante Abschiebung der kurdischen Familie Bozyigit, die ursprünglich aus der türkischen Stadt Bingöl stammend zurzeit in Winsen lebt. Aufgerufen zu dieser Demonstration hatten die Antifaschistische Aktion Winsen und Umgebung sowie einige Einzelpersonen.

"Die Familie besteht aus sieben Mitgliedern. Die beiden Eltern sind langjährige Aktivisten der kurdischen Bürgerrechtspartei BDP. Sie sind in der Türkei politisch verfolgte", so André Böltes, 18., aus Winsen, Mitorganisator der Kundgebung. Der Vater musste bereits 2007 in seine Heimat zurückkehren. Bei der Rückkehr der Mutter drohe ihr Verfolgung und Gefängnis, den fünf Töchtern im Alter von 19, 18, 17, zwölf und sechs Jahren früher oder später Zwangsheirat. "Mit dieser Aktion wollen wir Druck auf die Stadt Winsen und auf den Landkreis Harburg ausüben, den Abschiebetermin hinauszuzögern", so André Böltes.

Seinem Aufruf, gerichtet an die Ortsverbände in Winsen, seien lediglich einige Vertreter von der Linken gefolgt. Auch die betroffene Familie, begleitet von Freunden und Verwandten, nahm an der Demonstration teil. Nach den Aussagen des Kommissariatsleiters der Polizeistation Winsen verlief die Demonstration ruhig und ohne Zwischenfälle.

( (eha) )

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