Winterhude

Umstrittener Autor liest bei rechter Burschenschaft

Der deutsch-türkische Autor Akif Pirincci: Nach einer fremdenfeindlichen Rede bei der Pegida-Kundgebung wird gegen den 56-Jährigen ermittelt. Am Sonnabend las er in Hamburg

Der deutsch-türkische Autor Akif Pirincci: Nach einer fremdenfeindlichen Rede bei der Pegida-Kundgebung wird gegen den 56-Jährigen ermittelt. Am Sonnabend las er in Hamburg

Foto: Ursula Düren / dpa

Akif Pirinçci brachte sein Buch „Die große Verschwulung“ mit zur Burschenschaft Germania. Vor der Tür protestierten 180 Menschen.

Hamburg.  Bei einer Pegida-Demo in Dresden bedauerte der umstrittene deutsch-türkische Autor Akif Pirinçci im November, dass die „KZs außer Betrieb seien“, am späten Sonnabend las er in Hamburg aus seinem nicht minder umstrittenen Buch „Die große Verschwulung“. Die rechte Hamburger Burschenschaft Germania hatte Pirinçci in ihr Germanenhaus an der Sierichstraße (Winterhude) eingeladen.

Gekommen waren auch rund 180 Demonstranten, die vor dem Haus unter dem Motto „Regenbogen kennt kein Braun“ gegen die Veranstaltung protestierten, friedlich, wie ein Polizeisprecher sagte. Auch die Polizei war mit „reichlich Beamten“ zur Sierichstraße gekommen, um einen Zusammenstoß zwischen den Gruppen zu verhindern.

Nach seiner Hetzrede auf der Pegida-Demo war Strafanzeige wegen Volksverhetzung gegen den in Istanbul geborenen Autor gestellt worden. Auch die Burschenschaft Germania, in der laut Eigenbeschreibung nur „deutsche, männliche Studenten, die keinen Zivildienst geleistet haben“, aufgenommen werden können, wird seit 2014 vom Verfassungsschutz beobachtet. Zumindest ein Teil der Verbindungsstudenten wird als rechtsextrem eingestuft.