Hamburg. Viele Gastronomen haben es am Straßenbahnring in Hoheluft vergeblich probiert. Restaurantchef ändert Karte und gibt 20 Prozent Rabatt.

  • Asiatische vegane Tapas allein brachten nicht genügend Gäste
  • Nun kommen Fleischgerichte auf die Speisekarte
  • Rätsel um hohe Fluktuation auf der Gastrofläche

Was ist bloß mit dieser Fläche am Straßenbahnring in Hoheluft-Ost los? Ständig wechseln dort die Mieter, Restaurants versuchen sich mit unterschiedlichen Ideen und Speisekarten. Doch immer wieder müssen sie aufgeben.

Jetzt steckt erneut ein Betreiber in Schwierigkeiten und probiert es mit einem neuen Namen und neuem Konzept – aus dem früheren Soy Hamburg, das erst im August 2023 eröffnet hat, wird nun das Vin Garden.

Veganes Restaurant in Hamburg setzt nun auch auf Fleisch – „Die Kunden verlangen danach“

Das Angebot, asiatische vegane Tapas anzubieten, ist nicht aufgegangen. „Die Kunden möchten größere Portionen, und sie wollen Fleisch“, sagt Tuan Ngoc Dinh, der das Restaurant betreibt. Sein ursprünglicher Ansatz: So wie an den Standorten in München und Berlin gab es bislang ausschließlich vegane Gerichte, auch sämtliche Getränke waren vegan.

Vegane Speisen allein funktionieren in dem Restaurant am Straßenbahnring in Hoheluft-Ost nicht. Nun probiert es der Restaurantchef mit Fleischgerichten und neuem Namen: Aus dem Soy Hamburg ist nun Vin Garden geworden.
Vegane Speisen allein funktionieren in dem Restaurant am Straßenbahnring in Hoheluft-Ost nicht. Nun probiert es der Restaurantchef mit Fleischgerichten und neuem Namen: Aus dem Soy Hamburg ist nun Vin Garden geworden. © FUNKE Foto Services | Marcelo Hernandez

Damit ist ab Freitag (7. Juni) Schluss: Neuer Name, neues Glück – so die Hoffnung des Gastronomen. Im Vin Garden werden weiterhin vegane Tapas angeboten, außerdem vegane Menüs mit größeren Portionen. „Für die Stammkunden bleibt alles beim Alten, aber ich muss auch neue Kunden haben“, sagt Tuan Ngoc Dinh. Sonst rechne sich der Betrieb der großen Fläche mit 110 Sitzplätzen nicht. Draußen können die Gäste bei schönem Wetter auf einer Terrasse sitzen.

Hamburg-Hoheluft: Es gibt 20 Prozent Rabatt im Restaurant Vin Garden

Neu auf der Karte sind deshalb diverse Fleischgerichte. „Insgesamt ist die Auswahl an asiatischen Gerichten größer geworden“, sagt Tuan Ngoc Dinh. Dann stehen zum Beispiel neben einem Menü mit veganen Dumplings (10,90 Euro) eben auch flambierte Lachsstückchen auf Tacos (11,90 Euro) auf der Speisekarte oder eine Pho Suppe vegan oder auch mit Rind (12,90 Euro). Hinzu gekommen ist der Mittagstisch für 9,50 Euro inklusive Getränk oder Vorspeise, außerdem gibt es alle Speisen auch zum Mitnehmen.

„In den nächsten vier Wochen geben wir außerdem einen Rabatt von 20 Prozent auf alles“, verspricht Tuan Ngoc Dinh. Es müsse doch möglich sein, dass mehr Gäste in das Restaurant kommen, sagt er und klingt dabei verzweifelt. Er hat es auch schon mit Deko auf der Terrasse probiert, mit Lichterketten.

Was läuft mit dieser Restaurantfläche falsch? Das weiß auch der vietnamesische Gastronom nicht. Der Platz mit der Buchhandlung Stories und dem Einrichtungsladen Bolia direkt gegenüber ist zwar manchmal zugig, wenn der Wind zwischen den Häusern pfeift, aber es ist ruhig und ohne Straßenlärm.

Diese Restaurants haben es bereits auf Fläche in Hoheluft probiert

Am Ambiente, der Einrichtung und dem Essen liegt es sicherlich nicht. Das Design ist sehr modern, mit Plastikpflanzen, die von der Decke hängen – grauer Samt und dunkle Töne bestimmen das Restaurant. Wohlfühlatmosphäre. Eine Vermutung: „Es gibt umliegende Büros, aber viele Mitarbeiter arbeiten im Homeoffice und kommen dann nicht“, so Tuan Ngoc Dinh. Und: „Hier sind zwar viele Menschen unterwegs, aber sie gehen doch nur vorbei.“

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Vor dem Vin Garden/Soy Hamburg war hier etwa das Mongo’s Restaurant zehn Jahre lang, dann lief der Mietvertrag aus. Es folgte das dänische Restaurant Flammen, das nach vier Jahren (inklusive der Corona-Pandemie) wieder geschlossen hat. Tuan Ngoc Dinh will und kann noch nicht aufgeben und kämpft weiter um sein erstes eigenes Restaurant.