Hamburg. Auch Kanus und Tretboote gibt es in dem Paradies für Wassersport-Fans am Isekai. Besondere Aktion zur Fußball-EM geplant.

Patrik Zühlke plant jeden Morgen Zeit ein, um sich vor Augen zu führen, was für einen besonderen Arbeitsplatz er in Hamburg-Eppendorf hat. Gegen 8.30 Uhr beginnt für den Betriebsleiter vom Supper Club der Arbeitstag mit einem Kaffee und dem Blick auf den Alsterkanal am Isekai.

„Ich genieße diese Ruhe morgens total. Der Teil der Alster hier ist echt schön, das entspannt mich, bevor hier der Wahnsinn losgeht. Hin und wieder gehe ich auch aufs SUP-Board, um auf dem Wasser mit meinen Gedanken allein zu sein. Aber das schaffe ich leider nur selten“, erklärt der gebürtige Ratzeburger.

Supper Club Hamburg hat mehr als 100 Wassersportgeräte für Alster im Verleih

Beschweren will sich Zühlke über diesen „Wahnsinn“ aber nicht. Seit 2019 hat sich der Supper Club zu einem der angesagtesten Spots rund um die Alster entwickelt. Besonders an Wochenendvormittagen und unter der Woche nach Feierabend brummt das Geschäft. Wartezeiten sind keine Seltenheit, dabei verfügt der Supper Club über rund 50 Stand-up-Paddle-Boards (SUP) unterschiedlichster Art, 21 Tretboote und 43 Kanus in verschiedenen Größen.

Zühlke betont, man wolle vor allem mit dem gastronomischen Angebot weit mehr sein als nur ein klassischer Verleih von Wassersportgeräten. Tagsüber werden familienfreundliche Gerichte wie Burger, Bowls oder Salate angeboten. Abends wandelt sich die Gastronomie zum klassischen Restaurant mit Steak, Scampi-Pfanne und Pasta aus dem Parmesan-Laib.

Supper Club an der Alster: SUP-Hype der vergangenen Jahre ebbt ab

„Was diesen Ort so besonders macht: dass wir hier sehr familiär und freundschaftlich mit unseren Gästen umgehen. Wir sind schnell beim Du, nehmen uns selbst nicht so ernst und versuchen, eine Atmosphäre zu schaffen, die dafür sorgt, dass sich der Gast wie bei Freunden im Garten fühlt“, sagt Zühlke. Ein Großteil der Gäste komme aus der Gegend. Man kennt sich, man trifft sich. Mal bewusst, mal aber auch ganz zufällig. Hin und wieder treibt es auch Promis wie die Moderatoren Kai Pflaume und Johannes B. Kerner, Sängerin Sarah Connor sowie die Profis des HSV und des FC St. Pauli in den Supper Club.

Auch wenn SUP-Boards nach wie vor sehr häufig auf der Alster zu sehen sind, stellt der gelernte Hotelfachmann durchaus eine gesunkene Nachfrage fest. Der Hype der vergangenen Jahre sei abgeebbt. „Es könnten noch Nachwehen der Corona-Pandemie sein, in der viele Menschen zu Hause festsaßen und sich dann selbst ein SUP-Board gekauft haben, um einfach mal rauszukommen. In der Pandemie war bei uns kein vernünftiger Ablauf möglich, es gab viele Auflagen, auf die vielleicht auch nicht jeder Lust hatte“, so Zühlke.

Alster Hamburg: Sundowner-Tour mit Getränkepaket in Planung

Um das Geschäft mit den SUP-Boards ein Stück weit wiederzubeleben, bietet der Supper Club Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene an. Derzeit laufen zudem die Planungen für ein Sommerferiencamp für Kinder. Kooperationen mit Schulen in der Umgebung gibt es bereits. „Wir haben einen sehr guten, professionellen Trainer. In dem Feriencamp wollen wir den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass das Board mehr ist als nur ein Funsport-Gerät, es eignet sich auch hervorragend für Work-outs“, so der Hamburger.

Ohnehin setzt Zühlke mit seinem Team beim Angebot auf Kreativität beim Angebot. „Wir versuchen immer wieder neue Dinge, schießen ins Blaue und gucken mal, wie es angenommen wird“, sagt der Betriebsleiter. Derzeit ist eine Sundowner-Tour in Planung, bei der Gäste zur „goldenen Stunde“ samt Getränkepaket auf die Alster fahren können, um dort den Sonnenuntergang zu genießen. „Das gab es vor Corona schon mal, wir schauen nun, ob wir die Kapazität haben, die Tour wieder ins Programm aufzunehmen. Priorität haben aber erst mal das Camp und die Kurse“, sagt Zühlke.

Supper Club: Romantisches Rundum-sorglos-Paket für die Hamburger Alster

Bereits im Programm ist das „Tretboot-Spezialpaket“, das von Supper-Club-Besitzer Mathias Kahle erfunden wurde. Von 18 bis 22.30 Uhr können Gäste ein Tretboot mit besonderem Rundum-sorglos-Paket buchen. Snacks, Wein, Crémant, alkoholfreie Getränke, dazu gibt es eine Musikbox für lauschige Beats. Und die Krönung: eine kleine Lampe für romantisches Licht. „So kann man auf dem Wasser einfach die Seele baumeln lassen, ein erstes Date verbringen oder kreativ einen Heiratsantrag machen“, sagt Zühlke.

Doch nicht nur die Romantiker sollen sich im Supper Club wohlfühlen. Auch die Fußballeuropameisterschaft ist natürlich ein großes Thema: Ab 14. Juni werden auf der Außenfläche mehrere Bildschirme aufgestellt. Perspektivisch könnte man sich auch vorstellen, besondere WM- und EM-Touren auf dem Wasser zu machen. „Mit kleinen Monitoren auf den Booten? Das ist eine abgefahrene Idee, die man mit Blick auf die nächsten Turniere mal prüfen sollte“, sagt Zühlke.

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Für die EM 2024 gibt es das Public Viewing aber ausschließlich an Land. Wenn das Angebot gut angenommen wird, soll zusätzlich eine spezielle Snackkarte für Fingerfood angeboten werden. „Events sind wichtig für uns. Während Corona haben viele Unternehmen Weihnachtsfeiern durch Sommerfeste ersetzt. Das ist häufig immer noch so. Wir sind gerade im Bereich Firmenfeiern kein Geheimtipp mehr“, freut sich Zühlke.