Hamburg. Bündnis „Wer hat, der gibt“ will auf die ungerechte Verteilung des Reichtums aufmerksam machen. Was die Polizei Hamburg erwartet.

Sie wollen nichts Geringeres als die Alster „entern“: Das linke Bündnis „Wer hat, der gibt“ ruft für kommenden Sonntag (3. September) zu einer groß angelegten Protestaktion in Form einer „Schlauchboot-Demo 2.0“ auf. Motto: „Jachten versenken“. Damit wollen sie nach eigenen Angaben „gemeinsam gegen den Lifestyle der Bonzen und für die Umverteilung des Reichtums“ demonstrieren.

Konkret planen sie, mit Schlauchbooten, Tretbooten und Stand-up-Paddles auf die Alster zu kommen und damit die „Idylle in Hamburgs Villenvierteln“ zu durchbrechen und „wie die Orcas, unsere Genoss*innen der Meere, eine Welle gegen ihren Reichtum“ zu machen. Dazu wollen sie sich um 13 Uhr zunächst beim Eichenpark an der Außenalster treffen.

Polizei Hamburg: Demo auf der Alster – 250 Teilnehmer erwartet

Die Aktionen des Bündnisses haben in der Vergangenheit bereits für Aufsehen gesorgt. Am 1. Mai dieses Jahres etwa waren linke und linksextreme Gruppen durch Eppendorf, Harvestehude und Pöseldorf gezogen. In den Vorjahren demonstrierten sie auch in Blankenese und in der HafenCity.

Eine Idee davon, was am Sonntag auf der Alster los sein wird, kann die Polizei vermitteln. Laut Sprecher Florian Abbenseth soll der Aufzug von 13 bis 16.30 Uhr stattfinden. „Die Veranstalter erwarten 250 teilnehmende Personen mit etwa 50 bis 70 Booten“, so Abbenseth.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von Facebook, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung

Auf Facebook veröffentlichte das Bündnis „Wer hat, der gibt“ bereits erste Bilder als Vorboten auf die Aktion. Diese zeigen jeweils einen aufgeblasenen Schwimmtier-Orca auf der Alster. Auf einem ist der Blick des Tieres direkt auf noble Villen am Alsterufer gerichtet. Dazu schreiben sie: „Orcas haben nicht nur Probleme mit Jachten, kam uns zu Ohren. In Hamburg braut sich was zusammen (...).“

Polizei Hamburg: Demo, weil die Luft zwischen Arm und Reich wächst

Auch auf der Homepage des Bündnisses wird bereits Stimmung gemacht. So heißt es: „Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst und wächst. 2900 Menschen, sogenannte Superreiche, besitzen 21 Prozent des gesamten Finanzvermögens in Deutschland. Viele von ihnen residieren in luxuriösen Eigentumswohnungen und prachtvollen Villen in Familienbesitz mit Alster- oder Elbblick.“

Nirgendwo würden so viele Reiche leben wie in Hamburg. Gleichzeitig könnten sich immer mehr immer weniger leisten. „Während wir uns Gedanken um steigende Lebenshaltungskosten in unseren überteuerten Mietwohnungen machen, leben die Reichen und Schönen in Saus und Braus in ihren Alster- und Elbvillen und genießen Schampus und Kaviar unbeschwert auf dem Segelboot oder der Privatjacht.“