Hamburg

Greenpeace verwandelt Edeka in einen Schweinestall

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Knapp 30 Umweltschützer plakatierten am Montagvormittag eine Edeka-Filiale, ihr Ziel: Bessere Kennzeichnung von Fleisch.

Hamburg. Knapp 30 Umweltschützer von Greenpeace haben am Montagvormittag die Edeka-Filiale am Wiesendamm in Hamburg-Barmbek nach eigenen Worten in einen „Schweinestall“ verwandelt.

Um Punkt 11 Uhr fuhr ein weißer Sprinter vor und die Demonstranten entluden zugeschnittene Fotopappen, die sie mit routinierten Handgriffen an die gläserne Fassade des Supermarktes klebten. Nach wenigen Minuten ergaben die Einzelteile zusammen ein Bild, an das wohl niemand denken möchte, wenn er ein Stück Fleisch im Supermarkt kauft: Offensichtlich leidende Schweine, die auf viel zu wenig Platz gehalten werden.

Fleisch bei Edeka soll besser gekennzeichnet werden

Mit der „Schweinestall“-Aktion will Greenpeace die Supermarktkette dazu bringen, Fleisch richtig und transparent auszuweisen und nur noch Produkte aus tiergerechter und umweltschonender Haltung zu verkaufen. Greenpeace-Kampaigner Lasse von Aken verweist darauf, dass andere große Supermärkte wie Rewe, Lidl und Aldi nach vergleichbaren Aktionen bereits reagiert und Kennzeichnungen eingeführt hätten, aus denen hervorgeht, wie die Tiere gehalten werden: von Stufe eins (Konventionelle Stallhaltung) bis vier (Bio-Haltung).

„Die Kennzeichnung ist wichtig, damit die Kunden informiert werden und dann tatsächlich auch die Wahl haben“, so von Aken. „Umfragen haben ergeben, dass 90 Prozent der Konsumenten auch mehr Geld ausgeben würden, wenn sicher gestellt ist, dass die Tiere nicht leiden müssen. Das können sie aber nur, wenn sie auch die dafür notwendigen Informationen bekommen.“

Platzverweise und eine Anzeige gegen Greenpeace

Edeka habe sich in der Debatte bisher weitgehend herausgehalten. Zu einer inhaltlichen Debatte kam es auch am Montag nicht. Die Filialleitung erschien zwar kurz und versicherte, dass man durchaus gesprächsbereit sei, aber im Vordergrund stand dann doch die Frage, wer den „Schweinestall“ wieder entfernt. Die Aktion endete nach einer guten Stunde mit Platzverweisen und einer Anzeige wegen Sachbeschädigung. Greenpeace muss außerdem mit einer Rechnung für die Entfernung der Plakate rechnen.

Ein Sprecher von Edeka weist die von Greenpeace erhobenen Vorwürfe auf Abendblatt-Anfrage zurück: "Gerade der Edeka-Verbund bietet eine große Vielfalt von Fleisch- und Wurstprodukten, die sich auch hinsichtlich des Tierwohls vom gesetzlichen Standard abheben und auch entsprechend gekennzeichnet sind. Wir nutzen verschiedene Zertifizierungsstandards und arbeiten mit entsprechenden unabhängigen Partnern zusammen, um die Qualität unseres Sortiments zu sichern – auch im Hinblick auf das Tierwohl.“

( cia )