Laeiszhalle

Anna Netrebko: Eine Klasse für sich

Joachim Mischke
Anna Netrebko und ihr Mann Yusif Eyvazov beim Konzert in der Laeiszhalle am Sonntag

Anna Netrebko und ihr Mann Yusif Eyvazov beim Konzert in der Laeiszhalle am Sonntag

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Sopranistin Anna Netrebko gab am Sonntag mit ihrem Mann, dem Tenor Yusif Eyvazov, ein umjubeltes Konzert in der Laeiszhalle.

Es gibt gute Sopranistinnen, es gibt außergewöhnlich gute Sopranistinnen – und es gibt Anna Netrebko. So kategorisch darf und muss man das inzwischen sagen. Denn die Russin hat in den letzten Jahren eine derart prächtige, intensive und unangestrengt umwerfende Reife und Ausdrucksglut in ihrer Stimme entdeckt und verfeinert, dass sie in ihrem immer dramatischer werdenden Repertoire-Bereich keine Konkurrenz zu fürchten braucht.

Als Vorgeschmack auf ihre in wenigen Tagen erscheinende Verismo-CD gab sie am Sonntag mit ihrem Mann, dem Tenor Yusif Eyvazov, ein Konzert in der Laeiszhalle, bei dem sie klar machte: Sie ist eine Klasse für sich, in jeder Lage, mit jedem Spitzenton, der perfekt sitzt, strahlt und lebt. Wo andereren Sängerinnen die Anstrengung der Rollenfindung anzuhören ist, ist Netrebko sofort mittendrin im jeweiligen Charakter.

Eyvazov muss sich diese Eindringlichkeit beim Erkunden seiner Partien mitunter noch hart erarbeiten, was ihm an stimmlicher Variationsbreite fehlt, sollen Hochdruck und dauerpräsente Kraft wieder wettmachen. Nicht immer gelang das ganz, doch immer war es sympathisch und aufrichtig. Mit einem sensibleren Tutti als dem Tschechischen Nationalen Symphonieorchester wäre sogar noch mehr drin gewesen. Doch auch so war es ein Abend, bei dem sich alles und alle nur um eine drehten: um die Frau mit dieser Stimme, die süchtig machen kann.

Eine ausführliche Kritik lesen Sie in der Dienstag-Ausgabe vom Hamburger Abendblatt.