Blaualgen

Alarm an der Alster: Kinder und Hunde sollen Wasser meiden

Algen-Grenzwert erreicht: Hamburger sollten Hunde und Kleinkinder vom Ufer fernhalten. Gesundheitsbehörde nimmt täglich Proben.

Hamburg. Auch wenn in diesen Tagen die erfrischende Kühle der Alster besonders verlockend erscheint – Hamburger sollten vor allem ihre Hunde und Kleinkinder derzeit von den Uferbereichen fernhalten. Denn der intensiv blau-grün schimmernde Film, der Teile der Binnen- und Außenalster sowie kleinerer Nebengewässern bedeckt, besteht aus giftigen Blaualgen.

Die Umweltbehörde rät vom Baden in den belasteten Bereichen ab. Aktuell wurden bis etwa 40 Mikrogramm Chlorophyll pro Liter gemessen. Diese Konzentration entspricht dem Grenzwert, ab dem das Umweltbundesamt Vorsorgemaßnahmen empfiehlt. Besonders auffällig sind die Algenteppiche derzeit in den Uferbereichen der Außenalster sowie in den Kanälen.

Kontakt mit Bakterien kann allergische Reaktionen auslösen

Die in der Alster vorkommenden Cyanobakterien („Blaualgen“) bilden das sogenannte Microcystin, ein pflanzlicher Giftstoff, der bei empfindlichen Personen zu Haut- und Schleimhautreizungen, Bindehautentzündungen und Ohrenschmerzen führen kann. Auch allergische Reaktionen sind möglich. Beim massenhaften Verschlucken dieser Algen kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen.

Allerdings sei die Alster sowieso kein Badegewässer, auch wenn das Baden in der Regel nicht gesundheitsbedenklich sei, sagt Björn Marzahn, Sprecher der Umweltbehörde. „Im Grunde ist die Alster eine überschwemmte Wiese.“

Füttern der Vögel begünstigt Blaualgenwachstum

Algen treten zu jeder Jahreszeit in den Hamburger Gewässern auf, vermehren sich aber besonders stark in den Sommermonaten, wenn intensiv die Sonne scheint. „In den vergangenen fünf Jahren ist diese besonders hohe Belastung regelmäßig aufgetreten“, sagt Marzahn. “Jetzt ist die typische Zeit dafür.“ Vor drei Jahre sei sogar der Triathlon wegen der Blaualgenblüte abgesagt worden. „Sicherheitshalber“, so Marzahn. „Auch wenn die Sportler im Wasser sogar Neoprenanzüge getragen hätten.“

Nicht nur Wärme in Schönwetterphasen begünstigt das massenhafte Blaualgenwachstum, auch das Füttern der Wasservögel wirkt sich in zweierlei Hinsicht darauf aus. „Durch das Futter werden immer mehr Tiere angelockt, die ins Wasser koten“, so Marzahn. “Außerdem bleibt oft Brot am Ufer liegen, das sich zersetzt und dann ein optimaler Nährstoff für die Algen ist.“

Die weitere Entwicklung der Blaualgenblüte ist in erster Linie abhängig von den Witterungsbedingungen und wird weiter überwacht. Solange der Algenteppich sichtbar ist, so Marzahn, nehme das Institut für Hygiene und Umwelt der Gesundheitsbehörde jeden Tag Proben in unterschiedlichen Wassertiefe. Konkret bekämpft wird das Problem nicht. Sobald es wieder kühler wird, sollte der blau-grüne Film jedoch in wenigen Tagen von selbst verschwinden.