Kostenexplosion

Hafenverwaltung erwägt Fußgänger-Maut im Alten Elbtunnel

Fußgänger und Radfahrer müssen möglicherweise in Zukunft im Alten Elbtunnel eine Maut entrichten. Die Kosten für die Sanierung liegen mittlerweile bei rund 100 Millionen Euro.

Hamburg. Fußgänger und Radfahrer müssen möglicherweise in Zukunft im Alten Elbtunnel eine Maut entrichten. Entsprechende Überlegungen gibt es nach Informationen von NDR 90,3 bei der Hafenverwaltung HPA. Wie hoch eine Maut im Alten Elbtunnel sein könnte, sei jedoch völlig unklar. Es gebe aber grundsätzliche Überlegungen, schreibt der Senat in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Diese kritisieren die Überlegungen scharf.

Hintergrund sind die stark gestiegenen Kosten für die Sanierung des Alten Elbtunnels. Sie liegen mittlerweile bei rund 100 Millionen Euro – ein Vielfaches der ursprünglich veranschlagten Summe. Die ursprüngliche Planung ging von 15 bis 17 Millionen Euro aus.

„Man gewinnt den Eindruck, dass die zuständige Behörde keinerlei Überblick über das Projekt hat“, sagte der hafenpolitische Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion, Anjes Tjarks. Der Senat müsse jetzt prüfen, ob und wie die Sanierung gestreckt oder geschoben werden könne. Die Grünen schlagen vor, während der Sanierungsarbeiten den Tunnel für den Autoverkehr komplett zu sperren und eine der beiden Röhren für Räder in beide Richtungen offen zu halten.

Erst im Zuge der Bauarbeiten seien Ausmaß und Komplexität deutlich geworden, hatte die Hamburg Port Authority (HPA) Anfang März erklärt. Die Sanierung der Oströhre soll 2016 abgeschlossen sein. Die Arbeiten an der Weströhre aber werden möglicherweise deutlich nach hinten verschoben – im Sommer soll darüber Klarheit herrschen.

Bereits Anfang vergangenen Jahres war bekanntgeworden, dass die Kosten für die Renovierung des alten Elbtunnels steigen. Damals war von rund 62 Millionen Euro die Rede.

Der rund 427 Meter lange St.-Pauli-Elbtunnel – so der offizielle Name – wurde 1911 eröffnet und verbindet St. Pauli mit Steinwerder. Die Besonderheit des imposanten Baus: Es gibt keine Zufahrtsrampen. Autos, Fahrräder und Fußgänger werden mit großen Fahrstühlen in die Tiefe befördert – und wieder hinauf. Im vergangenen Jahr nutzten Pangritz zufolge fast 121 000 Autos sowie 1,2 Millionen Radfahrer und Fußgänger den Tunnel.