Mahnwache vor dem Rathaus

500 Polizisten und Angehörige demonstrieren gegen Gewalt

Auf ihren Transparenten forderten sie mehr Respekt und Anerkennung für die Polizei. Bürgermeister Scholz sicherte Unterstützung zu.

Hamburg. Rund 500 Polizisten und Angehörige haben am Neujahrstag mit einer Mahnwache vor dem Hamburger Rathaus gegen zunehmende Gewaltbereitschaft bei Demonstrationen protestiert. „Mehr Respekt und Anerkennung für unsere Polizei“, forderten sie auf Transparenten und Plakaten. Die Demonstranten verteilten Aufkleber „Keine Gewalt gegen Polizisten“. In den vergangenen zwei Wochen war es zu einer gewalttätigen Demonstration im Schanzenviertel sowie zu einem Angriff auf die Davidwache in St. Pauli gekommen, bei der jeweils Polizisten verletzt worden waren.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der im Rathaus bei seinem Neujahrsempfang gute Wünsche der Bevölkerung zum neuen Jahr entgegennahm, versicherte die Polizisten der Unterstützung des Senats. Sein Sprecher hatte bereits zuvor darauf hingewiesen, dass der Senat einige Einschnitte der Vorgängerregierungen rückgängig gemacht habe. So sie die Heilfürsorge für alle Polizisten wieder eingeführt worden, ebenso das Weihnachtsgeld. „Es werden keine Stellen im Polizeivollzug gestrichen und es werden jährlich 250 Nachwuchskräfte eingestellt“, heißt es vom Senat.

Der Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Andreas Dressel, erklärte seine volle Solidarität mit den Polizisten. „Die Gewaltausbrüche, denen die Polizisten in den vergangenen Tagen und Wochen ausgesetzt waren, sind abscheulich und müssen aufhören“, sagte er. Die FDP-Landesvorsitzende Sylvia Canel erklärte, eine Handvoll Chaoten dominiere und terrorisiere die ganze Stadt. Die Verhältnisse seien gewachsen aus der sozialdemokratischen Ignoranz gegenüber linker Gewalt und der fehlenden Konsequenz, wenn es um die Durchsetzung klarer Regeln gehe