Gemeindefest

Bunter Straßenumzug quer durch St. Georg

Rund 200 Menschen zogen am Sonnabend von der Repsoldstraße zum St. Georgs Kirchhof und feierten für einen bunten und sozialen Stadtteil.

Hamburg. Rund 200 Menschen sind am Sonnabendnachmittag quer durch den Hamburger Stadtteil St. Georg gezogen und haben sich dabei für den Erhalt eines "bunten und sozialen" Viertels ausgesprochen. Ausgestattet mit roten und gelben Luftballons und unter dem lauten Trommeln einer Samba-Band zogen die Teilnehmer von der Repsoldstraße, vorbei am Hauptbahnhof, bis zum St. Georgs Kirchhof. Mit Plakaten wie "Gegen den Mietwahnsinn in St. Georg" und "Ohne Mix ist nix" machten die Anwohner, Gemeindemitglieder, die Bürgerinitiative und der Einwohnerverein vor allem ihrem Unmut gegen mögliche Mieterhöhungen, teure Eigentumswohnungen und die Gentrifizierung des Viertels Luft.

Die beiden evangelischen Gemeindepastoren, Kay Kraack, 58, und Gunter Marwege ,59, feierten mit dem Stadtteilumzug gleichzeitig ihr 25-jähriges Amtsjubiläum. Beide sind ein Vierteljahrhundert in St. Georg tätig. "Der lebendige Mix im Stadtteil muss bleiben", fordern die Pastoren. Zur evangelischen Kirchengemeinde St. Georg zählen rund 2000 Mitglieder, seit der Fusion mit der benachbarten Gemeinde Borgfelde sind es 4000. "Der ganze Stadtteil an der Außenalster ist unsere Gemeinde" , sagen Kraack und Marwege.

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St. Georg wehrt sich gegen zu hohe Mieten

"Als wir damals anfingen, hatten wir keine Lust, uns auf die immer kleiner werdende Zahl der sonntäglichen Kirchengänger zu beschränken." Sie knüpften Kontakte zu Muslimen, Drogenberatungsstellen, Anwohnern, und zum Milieu. Mancherlei Grenzüberschreitungen wurden zum Überlebenskonzept: "Heute lebt die Vielfalt unter unserem Dach", sagt Marwege. Mit einer Abschlusskundgebung am St. Georgs Kirchhof klang das Gemeindefest aus.

Mit Material von epd