Hamburg

Polizei kündigt weitere G-20-Öffentlichkeitsfahndung an

Die Ausschreitungen erschütterten im Juli 2017 die Hansestadt. Jetzt gehen die Ermittler erneut in die Offensive.

Hamburg. Fast anderthalb Jahre nach den schweren Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg lässt die Polizei bei ihren Ermittlungen nicht nach. In dieser Woche werde eine weitere, vierte Öffentlichkeitsfahndung gestartet, kündigte die Pressestelle der Polizei an. Es sollen Fotos von 45 bis 50 unbekannten Tatverdächtigen veröffentlicht werden.

Die Ergebnisse der vergangenen Fahndungsaktionen ermutigen die Ermittler, diesen Weg weiterzugehen. Zwischen 18 und 36 Prozent der öffentlich Gesuchten seien durch Hinweise identifiziert worden. Die Aufklärungsquote bei Öffentlichkeitsfahndungen liege normalerweise bei nur zehn Prozent. Die Bilder der gesuchten mutmaßlichen Straftäter hat die Polizei auf ihrer Website veröffentlicht.

Mehr als 100 Urteile zu G20 gefällt

Derzeit führen die Ermittler rund 3500 Strafverfahren. Die Beamten haben bislang 880 Beschuldigte ermittelt. Sie veranlassten 178 Durchsuchungen. Die einstige Soko "Schwarzer Block", die zeitweise bis zu 180 Mitarbeiter zählte, umfasst als Ermittlungsgruppe noch 40 Beamte. "Die G-20-Straftäter dürfen sich nach wie vor nicht sicher fühlen. Wir werden die Ermittlungen mit Hochdruck auch im Jahr 2019 fortsetzen", sagte Polizeisprecher Timo Zill.

Die Hamburger Justiz fällte nach Zählung der Pressestelle des Oberlandesgerichts bis Mitte November mehr als 100 Urteile, darunter waren neun Freisprüche und acht Verfahrenseinstellungen. Am 18. Dezember soll ein Prozess beginnen, bei dem es erstmals um den gewalttätigen Aufmarsch am Morgen des 7. Juli 2017 auf der Elbchaussee geht. Vier der angeklagten jungen Männer stammen aus Hessen, ein weiterer aus Frankreich.