Beszirksversammlung Altona

Polit-Senior Wolfgang Kaeser plant 6000 Hausbesuche

SPD-Politiker Wolfgang Kaeser aus Nienstedten will wieder in die Bezirksversammlung im Altonaer Rathaus.

SPD-Politiker Wolfgang Kaeser aus Nienstedten will wieder in die Bezirksversammlung im Altonaer Rathaus.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Er ist das, was man ein „politisches Urgestein“ nennt. Der SPD-Bezirkspolitiker wird 80 und will weiter machen.

Hamburg.  Politik kann Knochenarbeit sein – auch und gerade, wenn man nicht mehr ganz jung ist. Einer, es bei der Wahl zur Bezirksversammlung am 26. Mai trotzdem nochmal wissen will, ist der Sozialdemokrat Wolfgang Kaeser aus Nienstedten. Dass er im kommenden Jahr schon 80 wird und dann – vorausgesetzt man wählt ihn – Altonas älteste Bezirkspolitiker wäre, kann ihn nicht schrecken. „Ich fühle mich topfit“, sagt Kaeser, „und ich will Politik im Sinne der Bürger weiter mitgestalten.“

Wolfgang Kaeser, unter anderem Mitglied im Planungs- und Bauausschuss, ist das, was man oft „politisches Urgestein“ nennt: Seit 2015 sitzt er als Abgeordneter in der Bezirksversammlung, davor hatte er dem Kommunalparlament schon seit 1989 mit Unterbrechungen angehört. Wenn Kaeser sich für ein politisches Thema zuständig fühlt, erscheint er auf der Bildfläche – und sei es noch so spät.

Vater wurde 99 Jahre alt

Auch politischen Gegnern sind seine häufige Präsenz und sein Beharrungsvermögen schon aufgefallen. Bei der Suche nach der richtigen Lösung für den Blankeneser Marktplatz und für die Hunde-Auslauffläche Jenischpark war er mit dabei, die Planungen für den Autobahndeckel über die A 7 hat er von der ersten Stunde an begleitet. Für sein Engagement erhielt er im vergangenen Jahr die Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes in Bronze.

Dass der Dozent im Ruhestand für die Wahl zur neuen Bezirksversammlung nur auf dem mittelprächtigen elften Listenplatz landete, fuchst ihn, kann seinen Kampfgeist aber nicht ausbremsen. Was ihn dabei antreibe, sei nicht Eitelkeit, so Kaeser. „Ich will den erfolgreichen Abschluss der Projekte noch als aktiver Politiker erleben, die ich einst mit angeschoben habe“, sagt er. Die Wiederwahl ist nicht im Vorbeigehen zu schaffen, das weiß er selbst. „Stimmen bekommt man, wenn man den direkten Kontakt mit den Wählern sucht“, so Kaeser. Sein Plan: „Ich mache bis zur Wahl noch 6000 Hausbesuche, das traue ich mir locker zu.“ Sein Vater, einer der letzten Spätheimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft, wurde 99 Jahre alt. Kaeser, gebürtiger Stuttgarter und VfB-Fan, hofft: „Diese Gene habe ich geerbt.“