Flüchtlingsheime

„Kettensägenmassaker“-Demo in Blankenese

Der martialische Titel der Aktion führte in die Irre: Etwa 80 Demonstranten protestierten friedlich. Die Blankeneser sind gespalten.

Hamburg.  Sie hatten ein "Kettensägenmassaker" angekündigt. Am Ende war es dann nur eine Kettensäge und ein etwas angekratzter Baum. Etwa 80 Demonstranten aus der linken Szene setzten in Blankenese am Donnerstagabend ein Zeichen für Solidarität mit Flüchtlingen und für den Bau einer Notunterkunft im Björnsonweg. Zur Demo in Blankenese hatte die Interventionistische Linke Hamburg aufgerufen. Auch Anwohner folgten dem Aufruf.

Die Nachbarschaft in Blankenese ist gespalten

Doch die Nachbarschaft ist gespalten. Einige wehren sich gegen den Bau einer Notunterkunft vor ihrer Haustür. Der Bezirk plant ein Pavillondorf für 192 Menschen zu errichten. Es wäre die erste Notunterkunft in Blankenese. Allerdings wird sich der Baubeginn um Monate verzögern. Anwohner hatten am Dienstag erst die nötigen Fällarbeiten blockiert und dann beim Verwaltungsgericht einen Baustopp erwirkt.

„Dass hier die Blankeneser Schampusgesellschaft unter sich bleiben will, werden wir nicht akzeptieren“, sagte Sandra Peters als Sprecherin der linken Gruppierung. „Wir schaffen den nötigen Platz.“ Symbolisch wurde das Gelände vermessen, mit Seilen an einer Birke gezerrt und daran gesägt. Die Polizei war mit etwa 20 Mann vor Ort. „Ich bedauere, dass die Situation so eskaliert ist“, sagte die Blankeneser Bürgerschaftsabgeordnete Karin Prien, CDU. Sie warf dem Bezirksamt Verfahrensfehler und einen fehlenden Dialog mit den Anwohnern vor.

Peters versprach für ihre Gruppe den Blankenesern: „Wir werden wiederkommen.“