Baumfäll-Aktion

In Blankenese rufen Linksradikale zu Kettensägenmassaker auf

Linksradikale wollen selbst Hand anlegen und kündigten die Baumfäll-Aktion an

Linksradikale wollen selbst Hand anlegen und kündigten die Baumfäll-Aktion an

Foto: Axel Heimken / dpa

Nach Anwohner-Protest gegen Flüchtlingsheim: Interventionistische Linke kündigen eine Baumfäll-Aktion mit 300 Leuten an.

Hamburg.  Der Titel der Aktion klingt martialisch: „Blankenese Chainsaw Massacre“ (Blankeneser Kettensägenmassaker) nennen Mitglieder der „Interventionistischen Linken“ Hamburg ihr Vorhaben, das sie für Donnerstag angekündigt haben. Nachdem Anwohner in Blankenese Arbeiten für die Errichtung eines Flüchtlingsheims verhindert haben und das Verwaltungsgericht die geplanten Baumfällarbeiten am Mittwoch gestoppt hat, wollen die Linksradikalen nun selbst Hand anlegen.

„Flüchtlingssolidarität bleibt Handarbeit“ – unter diesem Motto wollen Hamburgs Linke im Nobelviertel anrücken und die Bäume am Björnsonweg selbst abholzen. Damit wehren sich die Linksradikalen, wie sie sich selbst nennen, gegen die „Blankeneser Pfeffersäcke“, die den Bau einer Flüchtlingsunterkunft durch Sabotage behinderten.

Linksradikale erwarten 300 Teilnehmer

Am Donnerstag wollen sie sich um 17.30 Uhr am Bahnhof Altona treffen und von dort aus mit dem Fahrrad nach Blankenese fahren. „Wir planen mit etwa 300 bis 400 Leuten nach Blankenese zu fahren", sagt Sandra Peters von der Interventionistischen Linke Hamburg dem Abendblatt. "Wir werden Sägen dabei haben und den Bäumen ihrem geplanten Schicksal zu führen.“

Zum Hintergrund: Am Dienstag hatten Blankeneser Bürger die Zufahrt zu der Sackgasse Björnsonweg – dort soll das Flüchtlingsdorf errichtet werden – mit Hilfe von Privatautos versperrt und somit Baumfällarbeiten verhindert. Am Björnsonweg soll eine Einrichtung für 192 Flüchtlinge gebaut werden. Geplant ist ein Pavillondorf in sogenannter Holzrahmenbauweise.

"Flüchtlingssolidarität wird zur Handarbeit"

„Es ist nicht das erste Mal, dass sich die Hamburger Schampusgesellschaft gegen eine Flüchtlingsunterkunft wehrt“, heißt es in einer Mitteilung der Linksradikalen und deutet damit auf die Flüchtlingsunterkunft im feinen Harvestehude an den Sophienterrassen hin. „Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Reichen immer reicher werden und die Armen immer ärmer“, sagt Sandra Peters von der Interventionistischen Linken.

Peters und ihre Mitstreiter wollen es nicht akzeptieren, dass „die Schickeria unter sich bleiben will“. Peters: „Es kann einfach nicht sein, dass die Schickeria in Blankenese meint, ihren Beitrag nicht leisten zu wollen. Was wir brauchen, ist echte Solidarität mit den Geflüchteten, eine Stadt, in der für alle Platz ist und in der alle die gleiche Chance auf gesellschaftliche Teilhabe haben.“

Linksradikale werden von Anwälten begleitet

Michael Naumann, ebenfalls Mitglied der Interventionistischen Linken, betont, dass sie sich nicht davon beeindrucken ließen, sollten „Senat und Verwaltungsgericht vor dem Wohlstandschauvinismus der Blankeneser“ einknicken. Er sagt: „Flüchtlingssolidarität wird jetzt zur Handarbeit, denn Hamburg ist für alle da.“

Der Zusammenschluss linksradikaler Gruppen hat nach eigenen Angaben schon zahlreiche Massenblockaden und Aktionen dieser Art organisiert. Vor der Polizei fürchte sich die Interventionistische Linke Hamburg nicht. Die Gruppe kündigte an, dass Anwälte sie begleiten würden. Sandra Peters sagt: „Wir wollen den Blankenesern zeigen, dass es so nicht weitergeht.“