Stadtentwicklung

ADAC, FDP und AfD vereint in Kritik an neuem Radweg

Kirsten Pfaue, Koordinatorin für die Mobilitätswende, und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf der neu eingerichteten Pop-up-Bikelane am Schlump.

Kirsten Pfaue, Koordinatorin für die Mobilitätswende, und Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) auf der neu eingerichteten Pop-up-Bikelane am Schlump.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Am Sonntag hatte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) die "Pop-up-Bikelane" eingeweiht – am Montag setzte es Kritik.

Hamburg. Nur einen Tag nach der Eröffnung von Hamburgs erster "Pop-up-Bikelane" am Schlump setzt es Kritik für das von Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) gelobte Projekt: In seltener Einigkeit teilten AfD, FDP und ADAC ihr Missfallen an der je Richtung rund einen halben Kilometer langen Fahrradspur mit.

FDP und AfD beziehen sich auf die am Montag ergangene Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichts, der zufolge solche provisorischen Radwege rechtswidrig seien: Das Gericht hatte auf Antrag eines AfD-Politikers die Einrichtung der "Pop-up-Bikelanes" in der Bundeshauptstadt überprüft und "ernstliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit" geäußert.

FDP und AfD blicken nach Berlin, ADAC auf den Stau

Burkhard Müller-Sönksen (FDP) sagt, die Situation in Berlin lasse sich "1:1 auf die Eimsbütteler Verhältnisse" übertragen. Detlef Ehlebracht (AfD) spricht sogar davon, Tjarks müsse nun "die Idee der temporären Radwege beerdigen". Allerdings kann gegen die Berliner Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Der Automobilclub übt noch grundlegendere Kritik an der rot-grünen Verkehrspolitik in Hamburg: "Mit der Einweihung einer Pop-up-Bikelane erntet man vielleicht kurzfristig Applaus, aber langfristig schadet man der Mobilitätswende", sagt ADAC-Hansa-Chef Ingo Meyer. Zur Begründung heißt es, die Verengung des Autoverkehrs habe bereits am Montag zu "vermehrten Staus" geführt, auch der Busverkehr werde "beeinträchtigt".