Außenalster

Umzug des US-Konsulats zieht sich – und wird zum Problem

Das kleine Weiße Haus an der Außenalster ist ein beliebtes Fotomotiv. Das repräsentative Gebäude wurde 1951 Sitz des amerikanischen Generalkonsulats

Das kleine Weiße Haus an der Außenalster ist ein beliebtes Fotomotiv. Das repräsentative Gebäude wurde 1951 Sitz des amerikanischen Generalkonsulats

Foto: picture alliance / dpa

Die Amerikaner blockieren dadurch eine Fahrradstraße an der Alster. SPD wünscht sich endlich „Klarheit“.

Hamburg. Der Umzug des US-Generalkonsulats von der Außenalster in die HafenCity verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. Vor fast drei Jahren waren die Planungen der Amerikaner bekannt geworden. Demnach sollte das repräsentative Gebäude am Alsterufer verkauft werden und die Mitarbeiter neue Räume im Amundsen Haus am Kehrwieder beziehen (das Abendblatt berichtete).

Doch seitdem gab es wenig Details zu diesem Thema. Selbst Generalkonsul Richard „Rick“ Yoneoka und seine Angestellten sollen dem Vernehmen nach nicht wissen, wann sie umziehen. Auch die Senatskanzlei hat darüber nach Abendblatt-Informationen keine Erkenntnisse. Politiker werden langsam ungeduldig – sie wollen die Straßensperrung vor dem Konsulat aufheben und die Fahrradstraße ausbauen.

Das Abendblatt hatte Anfang Oktober vergangenen Jahres über das „Rätselraten um die Zukunft des US-Konsulats an der Alster“ berichtet. Seitdem scheint wenig passiert zu sein, denn auch am Dienstag hieß es aus der Pressestelle der US-Botschaft in Berlin wieder: „Es gibt derzeit keinen Terminplan für den Umzug. Das Gebäude ist nicht verkauft worden und steht derzeit nicht zum Verkauf, weil dies vom Umzug in die neuen Räumlichkeiten abhängt.“ Für die absehbare Zukunft werde das Konsulat weiter im Kleinen Weißen Haus an der Alster betrieben.

Wann zieht das US-Konsulat ins Amundsen-Haus?

Auch diese Aussage hatte die US-Botschaft schon im Oktober 2017 getroffen und angekündigt: „Die US-Regierung ist dabei, neue Räumlichkeiten für ihre Tätigkeit in Hamburg herzurichten.“ Es waren immer wieder Umzugstermine im Gespräch, zuletzt war von Frühjahr 2018 die Rede.

Aber im Amundsen-Haus weist noch nichts auf einen baldigen Einzug hin. Dem Vernehmen nach sollen die Amerikaner Flächen in einer der oberen Etagen in der Hausnummer 9 des Bürokomplexes angemietet haben. Das wissen Insider zu berichten.

Aber von einem Umzug oder dass die Räume für die speziellen Sicherheitsanforderungen des US-Konsulats hergerichtet werden, ist hier nichts zu sehen. Der Gebäudekomplex gehört der R+V Versicherung AG. Auf Abendblatt-Anfrage gibt es nur eine kurze Antwort: „Ich bitte um Verständnis, dass wir mit Informationen zu Mietern in unseren Immobilien generell zurückhaltend sind“, sagte ein Sprecher.

Die Politik sieht Handlungsbedarf

Auch die Politik beobachtet, dass bei den Planungen offensichtlich Stillstand herrscht. Der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Michael Westenberger, Fachsprecher für Europa und Internationales, forderte: „Die Amerikaner sollten alsbald einen Zeitplan für ihren Umzug präsentieren. Das wäre auch für die Hamburger Bevölkerung von großem Interesse.“ Denn wenn das US-Generalkonsulat seinen neuen Standort in der HafenCity beziehe, könnte auch die Sperrung an der Straße Alsterufer aufgehoben werden.

SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf sagt: „Natürlich wäre es schön, wenn die Amerikaner bezüglich des Umzugstermins Klarheit schaffen könnten. Aber viel wichtiger ist, dass die Stadt sich gemeinsam mit der US-Regierung über eine passende Nachnutzung des architektonisch bedeutenden Konsulatgebäudes an der Außenalster Gedanken macht.“

Hier dürfe es bei einem möglichen Verkauf nicht nur um Profit, sondern um ein Konzept gehen, das diesem Standort gerecht werde. Die Straße vor dem Konsulat wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 für den Autoverkehr gesperrt. Das Areal ist von einem Zaun umgeben und wird von der Polizei bewacht. Diese Sicherheitsvorkehrungen bleiben so lange bestehen, bis die Amerikaner ausgezogen sind. Der Harvestehuder Weg und das Alsterufer wurden bereits bis zur Höhe der Straße Fontenay zur Fahrradstraße umgebaut.

Alsterufer vor Konsulat bleibt gesperrt

Die Verkehrsbehörde will die Fahrradstraße von dort am US-Generalkonsulat vorbei bis zur Kennedybrücke weiterführen. Doch das ist nicht möglich, solange der Straßenabschnitt dort gesperrt ist.

„Wir haben keine Erkenntnis darüber, wann die Amerikaner den Standort am Alsterufer verlassen werden. Natürlich wäre es auch für die Umsetzung des letzten Planungsabschnittes der Fahrradstraße gut, wenn es einen Umzugstermin geben würde und der Lückenschluss bis zur Kennedybrücke vorgenommen werden könnte“, sagte Sprecherin Susanne Meinecke dem Abendblatt.