Nach schwerem Unfall

Anwohnerin hatte Polizei vor Gefahrenpotenzial gewarnt

Eine Anwohnerin hatte Sicherheitsmaßnahmen an der Friedrich-Ebert-Straße Ecke Max-Zelck-Straße gefordert. Die Polizei sah keinen Handlungsbedarf, jetzt kam es aber zum Unfall.

Hamburg. Rund zwei Jahre vor dem tragischen Unfall an der Friedrich-Ebert-Straße/Max-Zelck-Straße am Montagvormittag hatte eine Anwohnerin die Polizei auf das Gefahrenpotenzial an der Stelle hingewiesen.

In ihrem Schreiben an das zuständige Polizeikommissariat 24 wies sie auf mehrere Stellen hin, die aus ihrer Sicht eine besondere Gefahr für Fußgänger und Radfahrer darstellen. Eine davon: die Friedrich-Ebert-Straße Ecke Max-Zelck-Straße. Die Anwohnerin bat die Polizei, zu prüfen, ob man an dieser Stelle nicht ein gelbes Blinklicht anbringen könne, um auf die potentielle Gefahr durch nahende Fahrradfahrer oder Fußgänger aufmerksam zu machen.

„Gerade die Linksabbieger fahren häufig mit Schmackes, weil sie noch schnell vor dem herannahenden Gegenverkehr passieren wollen. In so einem Fall steht man als Fußgänger ganz schön schlecht da, besonders wenn man aus gleicher Fahrtrichtung wie das abbiegende Fahrzeug kommt“, so die Anwoherin.

In dem Antwortschreiben der Polizei wurde der Vorschlag für einen Gelbblinker jedoch abgelehnt. Als Gründe wurden genannt, dass diese Anlagen in Hamburg nur unter besonderen Voraussetzungen angebracht werden, die jedoch an genannter Stellen nicht erfüllt seien. Bedingungen wären zum Beispiel, dass sich die Furt (die Überquerungsspur für Fußgänger und Radfahrer) weit abgesetzt von der Kreuzung befindet, sodass die Auto- oder Kraftfahrer einen vergleichsweise langen Weg bis dorthin haben (und dann nicht mehr mit Radfahrern und Fußgängern rechnen). Außerdem würden solche Blinklichter an Stellen angebracht, an denen es unterschiedliche Freischaltungen für Fahrradfahrer und Fußgänger gibt - Radfahrer also zum Beispiel passieren dürfen, während Fußgänger schon Rot haben.

Ob es an dieser Stelle nicht trotzdem sinnvoll sei? Laut einem Mitarbeiter des PK24 eher nicht. „Ein Unfall in der Art ist hier noch nie passiert. Außerdem müsste man die Gelbblinker dann praktisch überall anbringen, und dann würden sie an Wirkung verlieren.“

Ein 69 Jahre alter Radfahrer war am Montagvormittag bei einem Unfall an der Friedrich-Ebert-Straße/Max-Zelck-Straße in Niendorf lebensgefährlich verletzt worden. Der Fahrer eines Honda Jazz war auf der Friedrich-Ebert-Straße in Richtung Innenstadt unterwegs und stieß beim Linksabbiegen in die Max-Zelck-Straße mit dem Radfahrer zusammen.

Der 69-Jährige wurde gegen die Windschutzscheibe geschleudert und blieb schließlich schwer verletzt auf der Fahrbahn liegen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Polizei sucht nach Zeugen, die den Unfallhergang beobachtet haben.