Naturbeobachtungen

Inseln für das Insektenleben

Schmetterlinge Stauden als Nektarquelle für Falter pflanzen

Kirchwerder.  In früheren Jahren labten sich vorwiegend das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs am Nektar der Blüten des Schmetterlingsstrauches Buddleja. Diese bunten Schmetterlingsarten sind heute nur noch vereinzelt zu entdecken. Dafür sind relativ häufig Weißlinge zu finden. Dazu gehören der Kleine und Große Kohlweißling, der Grünader- oder auch der Rapsweißling genannte Falter, ebenso der Zitronenfalter.

Die gelben Zitronenfalter fliegen in dieser Jahreszeit in rasanter Geschwindigkeit durch den Garten, um ein Weibchen zur Paarung zu finden. Leider sind auch diese leuchtenden Falter nicht mehr häufig zu beobachten.

Der Kleine Kohlweißling gilt noch als einer der häufigsten Tagfalter in Europa. Auf den geöffneten Vorderflügeln der Männchen ist ein schwarzer Fleck charakteristisch, bei den Weibchen sind es jeweils zwei untereinander angeordnete schwarze Flecken. Er hat eine Flügelspannweite von vier bis fünf Zentimetern und ist damit kleiner als der Große Kohlweißling mit einer Flügelspannweite von etwa sechs Zentimetern.

Beide Schmetterlingsarten unterscheiden sich an den dunklen Flügelspitzen: Während bei dem Kleinen Kohlweißling die dunklen Vorderflügelecken symmetrisch angeordnet sind, reicht der schwarze Eckensaum beim Großen Kohlweißling bis zur Flügelmitte.

Zitronenfalter haben ungefähr eine Flügelspannweite vergleichbar mit der des Großen Kohlweißlings. Der vermeintlich leicht erkennbar Zitronenfalter kann sich als weiblicher Großer Kohlweißling herausstellen. Dieser zeigt eine hellgelbe Flügelunterseite, die mit dem weiblichen Zitronenfalter – zumindest auf den ersten Blick – leicht zu verwechseln ist.

Um das weitere Verschwinden der bunten Falterwelt zu verhindern und vielleicht sogar rückgängig zu machen, kann jeder Gartenbesitzer im Landgebiet mithelfen und Stauden pflanzen, deren Blüten Nektar bieten. Beim Mähen von Grasflächen sollte ein schmaler Streifen für die Schmetterlinge stehen gelassen werden. Ebenso ist es wichtig, dass an den Gräben Gras außerhalb des Schilfgürtels stehen bleibt. Trockene, brachliegende Flächen, sogenannte Ruderalflächen, sind wie Inseln für das Insektenleben.