Naturschutzbund

Einsatz, um Paradies am See zu erhalten

Allermöhe.  Der See Hinterm Horn ist schon lange kein Geheimtipp mehr. Jedes Jahr nutzen viele Erholungsbedürftige den Baggersee, der durch den Kiesabbau für den Bau der Autobahn 25 entstanden ist. Er wird durch Grundwasser gespeist und hat laut Auskunft der Stadt Hamburg in den vergangenen vier Jahren eine ausgezeichnete Wasserqualität.

Bojen bestimmen den Bereich, in dem Badende und Paddelnde sich aufhalten dürfen. Dahinter beginnt pure Natur. Der Nabu-Gebietsbeauftragte Christian Gerbich erläutert: „Wir haben uns seinerzeit für den Naturraum eingesetzt und halten mit den Ehrenamtlichen des Nabu Bergedorf die Flächen in Ordnung. Dieser Röhricht-Schilf-Gürtel dient vielen Amphibien, Schnecken und Vögeln als Lebens- und Brutraum. Zu nennen sind insbesondere der Teichrohr- und Schilfrohrsänger, aber auch der Moorfrosch.“

Der Moorfrosch ist einer der kleinsten, gehört zu den echten Fröschen und wird den Braunfröschen zugeordnet. Dieser Frosch weist eine Besonderheit der Natur auf, so Gerbich: „Während der Balzzeit färben sich die männlichen Frösche knallblau.“ Ein Naturschauspiel, das durch die Trockenlegung der Naturreservate bedroht wird. Daher weist Gerbich auf einige junge Birken hin, die noch im Wasser stehen: „Die Birken müssen wir fällen, da sonst die Moorfläche versandet. Das wollen wir bereits seit einigen Jahren, aber da die Feuchtfläche nicht zufriert, kommen wir an die Bäume nicht heran, daher hoffen wir auf eine kräftige Frostperiode.“

Der Röhricht-Schilf-Gürtel ist von einer Nutzfläche umgeben, die von Rindern beweidet wird. Der Nabu ist auch hier seit Jahrzehnten für die Pflege des abgrenzenden Zauns verantwortlich, die ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen nicht zu bewältigen wäre. „Mindestens zweimal jährlich arbeiten wir hier und leisten etwa 80 Arbeitsstunden“, sagt Christian Gerbich.