Sanierung

Im Kirchturm von St. Nikolai nagt der Rost am Stahl

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Lena Diekmann
Pastorin Dagmar Rosenberg wagt einen Blick auf einen Fußpunkt im Kirchturm, der entrostet werden muss.

Pastorin Dagmar Rosenberg wagt einen Blick auf einen Fußpunkt im Kirchturm, der entrostet werden muss.

Foto: Lena Diekmann / BGZ

Billwerder. Die Sanierungsarbeiten an der Stahlkontruktion kosten 100 000 Euro. Doch das Gebäude weist noch weitere Mängel auf.

Billwerder.  Die Zeit steht still in Billwerder. Um 12.05 Uhr sind die Zeiger der vier Kirchturmuhren stehengeblieben. Und auch die Glocken sind verstummt. Der halbstündige Schlag bleibt derzeit ebenso aus wie zur vollen Stunde. Allerdings müssen die 900 Gemeindemitglieder und weiteren Bewohner Billwerders nun nicht für immer auf den Zeitanzeiger am spitzen Kupferdach verzichten: Der Stillstand ist nur vorübergehend. Denn, von außen nicht zu erkennen, aber im Inneren des Turmes stehen umfangreiche Sanierungsarbeiten an.

Rost nagt an den Füßen der Stahlkonstruktion

Teile des 56 Meter hohen Westturms sind marode: Ein Ingenieur stellte bei einer Begehung schon vor einiger Zeit fest, dass die Stahlkonstruktion des Turmhelms erhebliche Korrosionsschäden aufweist. Einige, direkt auf der Stahlbetondecke liegende Stahlwinkel sind komplett zerstört.

An anderen Stellen hat sich Feuchtigkeit gesammelt, sodass Lochfraß entstanden ist. Stahlbauteile werden nun entrostet und zum Teil komplett ausgetauscht. Ein neuer Anstrich soll die Stahlteile gegen erneute Korrosion schützen.

Uhrwerk und Uhren sind vor Staub geschützt

Etwa vier Wochen sind für die Arbeiten veranschlagt. Bis dahin bleibt es still in Billwerder: Damit das Uhrwerk und die Uhren nicht von dem Staub beschädigt werden, der bei den Arbeiten zwangsläufig entstehen wird, sind sie eingepackt: Dicke Folien und Bänder umspannen das Uhrwerk auf dem Zwischenboden, ebenso sind die Uhren eine Etage höher ummantelt. „Zu Hochzeiten oder Gottesdiensten können wir aber nach wie vor läuten“, sagt Pastorin Dagmar Rosenberg.

Experten untersuchten Fugen im Mauerwerk

Etwa 100 000 Euro wird die Sanierung der Stahlkonstruktion kosten. Doch das ist längst nicht die einzige Baustelle, die in dem historischen Bauwerk erledigt werden muss: Im Zuge der Sanierung wird auch eine Probefläche am äußeren Mauerwerk der Kirche, die 1911 bei Dachdeckerarbeiten abgebrannt und zwei Jahre später wieder aufgebaut wurde, untersucht. „Dabei soll geprüft werden, wie die Fugen saniert werden können“, sagt die Pastorin.

Auch Fenster, Gebälk und Mauerwerk sind marode

Auch die 17 weißen Sprossenfenster brauchen dringend einen neuen Anstrich: Die alten Farbschichten auf den 4,50 Meter hohen und 1,80 Meter breiten Fenstern blättern an vielen Stellen ab, machen den Weg frei für Nässe und Schädlinge, die das Holz auf Dauer zerstören.

Restauratoren sind in dieser Woche bereits dabei, ein Fenster zu bearbeiten und Farbe aufzubringen, die nach altem Rezept hergestellt wurde. Danach fällt die Entscheidung, ob die Technik bei allen Fenstern zum Einsatz kommt.

Schädlinge fressen sich durchs Gebälk

Und auch auf dem Dachboden über dem Kirchenschiff haben Schädlinge die alten Holzbalken schon merklich angefressen. „Über eine finanzielle Unterstützung freuen wir uns also immer“, sagt Pastorin Dagmar Rosenberg, die im September drei Jahre in der Gemeinde am Billwerder Billdeich tätig ist.