Unfallursache

Radfahrer im Tempo-Rausch

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Lena Diekmann
Immer wieder kommt es auf den Deichstraßen in den Vier- und Marschlanden zu schweren Unfällen mit Rennradfahrern.

Immer wieder kommt es auf den Deichstraßen in den Vier- und Marschlanden zu schweren Unfällen mit Rennradfahrern.

Foto: leimig

Bergedorf. Im Training nehmen Rennradfahrer gelegentlich ihre Umgebung kaum wahr. Eine Folge: Sie krachen in geparkte Autos.

Bergedorf.  Mit gesenktem Kopf ist ein Rennradfahrer auf der Deichstraße unterwegs, tritt kraftvoll in die Pedale. Dann das plötzliche Ende der rasanten Fahrt: Im Trainingsrausch hat der Rennradfahrer glatt das Auto übersehen, das am rechten Straßenrand parkt – er knallt in das Heck des Wagens Unachtsamkeit ist eine der häufigen Ursachen, wenn Rennradfahrer auf der Strecke der Hauptdeichlinie vom Kreisel am Horster Damm bis zur Tatenberger Schleuse verunglücken..

Zwei Auffahrunfälle in vier Wochen

Allein in den vergangenen vier Wochen krachten auf Neuengammer und Zollenspieker Hauptdeich zwei Radfahrer auf geparkte Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr gab es vier solcher Unfälle. In einem Fall knallte der Radler so stark auf den Wagen auf, dass er die Heckscheibe durchschlug und erst durch das Armaturenbrett gebremst wurde.

„Meist tragen Radler in solchen Fällen massive Verletzungen davon“, warnt Hans-Jürgen Gäth. Der Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei rät zu einer aufmerksamen Fahrweise – vor allem, wenn die Radler allein auf den in den Sommermonaten beliebten Trainingsstrecken unterwegs sind.

Rennradfahrer nehmen Umgebung nicht wahr

„ Wahrscheinlich sind sie so sehr in ihr Training vertieft, dass sie vor lauter Anstrengung ihre Umgebung zu wenig wahrnehmen“, sagt Gäth.

Die Unfallursachen sind höchst unterschiedlich. Neben dem Auffahren der Radler auf geparkte Wagen, übersehen Autofahrer beim Abbiegen die flinken Radler oder sie nehmen sich gegenseitig die Vorfahrt. Gäth fordert Radler und Autofahrer zu mehr „gegenseitiger Rücksichtnahme“ auf.

Vom Autospiegel getroffen

Neben Unachtsamkeit, Tempo und Regelverstößen beklagt der Chef der Bergedorfer Verkehrspolizei die teils provokante Fahrweise der Verkehrsteilnehmer: So würden Auto- oder Lkw-Fahrer gelegentlich so nah an Radfahrern vorbeifahren, dass sie mit ihren Außenspiegeln fast die Helme der Radler touchieren. Im vergangenen Jahr wurde ein Radfahrer auf dem Spadenländer Hauptdeich tatsächlich vom rechten Außenspiegel eines überholenden Lasters getroffen. Der Mann stürzte und erlitt einige Schürf- und Platzwunden.