Bergedorf

Bezirksamt in Alarmbereitschaft

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Jule Monika Witt

Orkantief: Wasserstand der Dove-Elbe um zehn Zentimeter gesenkt - Weihnachtsmarkt schließt um 15 Uhr

Das Orkantief "Xaver" nimmt von Island über Skandinavien Kurs auf Norddeutschland und erreicht heute Nachmittag die Nordseeküste. Sturmböen mit der Stärke 12 werden für heute und morgen erwartet - auch in Hamburg und dem Umland - mit entsprechend schweren Sturmfluten. Da das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg "drei Sturmfluten hintereinander" durchaus für möglich hält, wurden im Bergedorfer Bezirksamt erste Vorkehrungen getroffen.

Denn drei und mehr schwere Sturmfluten in Folge bedeuten, dass die Seitenarme der Elbe mindestens eineinhalb Tage nicht über die Tatenberger Schleuse in die Elbe entwässert werden können. Kommen dann noch starke Niederschläge hinzu, werden die Pegelstände in Dove- und Gose-Elbe schnell kritisch. "Wir sind in Alarmbereitschaft", sagt Rathaus-Sprecher Dr. Andreas Aholt. "Vorsorglich haben die Mitarbeiter der Wasserwirtschaft den Pegel in der Dove-Elbe um zehn Zentimeter gesenkt." Positiv sei auch, dass es zurzeit kein Binnenhochwasser gebe. Von daher sah das Bezirksamt keine Veranlassung, Warnungen an die Bevölkerung herauszugeben.

Mehr Sorgen als die Wassermengen bereiteten den Verantwortlichen im Bezirksamt gestern die prognostizierten Orkanböen. So wurden die Beschicker des Bergedorfer Weihnachtsmarktes aufgefordert, die Standfestigkeit ihrer Buden zu überprüfen und sie notfalls zusätzlich zu sichern. "Aus Sicherheitsgründen wird der Markt Donnerstag um 15 Uhr geschlossen", sagt Aholt.

Am Nachmittag, wenn konkrete Prognosen für die weitere Entwicklung des Orkantiefs vorliegen - zum Beispiel wie hoch das mittlere Hochwasser um 18.11 Uhr und am Freitagmorgen um 6.27 Uhr aufläuft -, entscheidet sich auch, ob an der Wentorfer Straße ein Katastrophenstab eingerichtet wird und wenn ja, in welcher Größe.

Vorsicht geboten ist in jedem Fall im Overwerder Deichvorland. Das Areal steht regelmäßig bei Sturmfluten unter Wasser, entsprechend sollte in den nächsten Tagen weder der Campingplatz noch eines der Stelzenhäuser aufgesucht werden.

Das größte Gefahrenpotenzial bilden bei Sturm- und Orkan-Wetterlagen umstürzende Bäume, herabstürzende Äste und umherfliegende Dachpfannen oder sonstige Gegenstände, die der Sturm aus ihren Verankerungen gerissen hat. "Wer es irgendwie einrichten kann, sollte in schützenden Gebäuden bleiben", sagt Aholt. Auch Autofahrten sollten nach Möglichkeit verschoben werden.