Tatenberger Weg

Für Autofahrer wird es noch enger

Moorfleet. Die umstrittene Rampe, die in den Brennerhof hineinragt, wird nicht zurückgebaut.

Zahlreiche Auto- und Lkw-Fahrer hatten sich über den verschwenkten Bordstein beschwert, weil er sich mitten in der unübersichtlichen Rechtskurve vor der Kreuzung Moorfleeter Deich befindet, vis-à-vis der Star-Tankstelle. Durch das Konstrukt wird die Fahrbahn deutlich verschlankt, sodass Autofahrer aufpassen müssen, nicht in den Gegenverkehr zu geraten.

Trotz aller Proteste entschied die Verkehrsdirektion, dass die "Ableitung auf die Fahrbahn", so der Name der Rampe im Behördenjargon, den Vorschriften entspricht. Die Baken, die die Autofahrer in den vergangenen Wochen vor der Rampe gewarnt haben, werden dieser Tage weggenommen. Denn die Bauarbeiten sind beendet. Der etwa 630 Meter lange Fahrradschutzstreifen, dessen Anfang die Rampe bildet, ist fertig.

Radfahrer können nun zwischen der Kreuzung Moorfleeter Deich und Ruschorter Hauptdeich auf Schutzstreifen fahren, die beidseitig der Fahrbahn mit einer weißen, gestrichelten Linie gekennzeichnet sind. Sie sind je eineinhalb Meter breit. Dadurch ist die restliche Fahrbahn nur noch durchschnittlich etwa 6,20 Meter breit, also 3,10 Meter pro Fahrspur. Thomas Schöning, im Fachamt Management des öffentlichen Raumes Leiter der Abteilung Projekte, weist daraufhin, dass Autofahrer über die Schutzstreifen fahren dürfen - sofern dort keine Radfahrer unterwegs sind. Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation finanzierte das Projekt mit 44 000 Euro aus dem Topf zur Förderung des Radverkehrs.

Bernhard Witte, Gärtner aus Ochsenwerder, fährt diese Strecke zehnmal in der Woche. Er hält den Schutzstreifen für sehr gefährlich: "Dort passen doch keine zwei Lkw mehr nebeneinander. Erst kürzlich musste ich einem großen Trecker ausweichen. Ich konnte mich nur noch auf die Zufahrt der Tankstelle retten." Witte mag gar nicht daran denken, was dort passieren könnte: "Im Sommer, wenn alle vom Hohendeicher See kommen, staut es sich dort oft. Dann wird es für alle Verkehrsteilnehmer eng."

Witte ist sich sicher, dass dort "ein neuer Unfallschwerpunkt geschaffen" wurde. Schöning widerspricht ihm: "Wenn sich die Autofahrer an die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern halten würden, gäbe es dort keine Probleme. Doch leider wird dort viel gerast. Dadurch entstehen kritische Situationen."